Niedersachsen & BremenWo und wann die kleinen Glühwürmchen jetzt leuchten

Nur für kurze Zeit sind Glühwürmchen in Niedersachsen gut zu beobachten. Wer sie sehen will, braucht Dunkelheit, Geduld – und sollte aufpassen, wohin er tritt.
Hannover (dpa/lni) - In lauen Sommernächten beginnt in Niedersachsen wieder die Zeit der Glühwürmchen. Die kleinen Leuchtkäfer sind nach Angaben des Naturschutzbundes Nabu vor allem rund um die Sommersonnenwende zu sehen. Das Naturschauspiel dauert allerdings nur wenige Tage. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:
Wann lassen sich Glühwürmchen am besten beobachten?
Die besten Chancen gibt es laut Nabu Niedersachsen derzeit. Besonders gut stehen sie in warmen, windstillen und dunklen Nächten – vor allem bei Neumond. Meist sind Glühwürmchen demnach von Mitte Juni bis Anfang Juli zu entdecken. Die beste Uhrzeit für Sichtungen liege zwischen 22.00 und 24.00 Uhr.
Warum ist die Zeit für Beobachtungen so kurz?
Glühwürmchen leben nur kurze Zeit als Käfer. Nach Nabu-Angaben dauert diese Lebensphase nur etwa fünf bis zehn Tage. In dieser Zeit müssen die Tiere einen Partner finden und sich fortpflanzen. Danach legen die Weibchen Eier ab und sterben kurze Zeit später. Als Käfer nehmen Glühwürmchen demnach keine Nahrung mehr auf, sondern leben von ihren Fettreserven.
Wo kann man Glühwürmchen in Niedersachsen finden?
Glühwürmchen mögen feuchte Lebensräume. Gute Chancen gibt es laut Nabu etwa in der Nähe von nassen Wiesen, Bach- und Flussufern, feuchten Gebüschen und Waldrändern. Auch naturnahe Parks und Gärten können geeignet sein. Einige Nabu-Gruppen in Niedersachsen bieten zudem geführte Glühwürmchen-Spaziergänge an, etwa in Barsinghausen-Egestorf, Rinteln, Bad Münder und Wennigsen.
Worauf sollten Beobachter achten?
Wichtig sind Dunkelheit und Rücksicht. Auf Kamerablitze, Handylichter und Taschenlampen sollte verzichtet werden. Wer Glühwürmchen beobachtet, sollte auf den Wegen bleiben, keine Pflanzen beschädigen, keinen Müll hinterlassen und die Tiere nicht stören. Besondere Vorsicht gilt beim Laufen durch Gras: Die Weibchen vieler Arten können nicht fliegen und sitzen am Boden. Sie können deshalb leicht zertreten werden.
Warum leuchten Glühwürmchen?
Das Leuchten dient der Fortpflanzung. Mit der sogenannten Biolumineszenz locken vor allem die Weibchen Männchen zur Paarung an. Nach der Paarung endet das Leuchten. Eine Besonderheit gibt es beim Kleinen Leuchtkäfer: Bei dieser Art leuchten laut Nabu nicht nur die flugunfähigen Weibchen, sondern auch die Männchen. Leuchtende Punkte, die durch die Luft schwirren, sind demnach Männchen des Kleinen Leuchtkäfers.
Werden Glühwürmchen seltener?
Die heimischen Glühwürmchenarten gelten laut Nabu bundesweit derzeit nicht als gefährdet. Schwerer wird ihr Überleben aber durch den Verlust geeigneter Lebensräume. Probleme bereiten demnach etwa fehlende Gehölzstrukturen in Wassernähe, häufiges Mähen, Pestizide und Lichtverschmutzung. Künstliches Licht kann die Paarung erschweren.
Was hilft Glühwürmchen im Garten?
Naturnahe Gärten können Glühwürmchen unterstützen. Der Nabu rät dazu, nicht ständig alles zu mähen und Grünstreifen stehenzulassen. Höhere Vegetation schütze den Boden vor Austrocknung und biete Rückzugsorte. Auch liegengelassenes Schnittgut, Äste, Reisighaufen, Wasserstellen sowie heimische Laubbäume und Sträucher helfen. Auf Pestizide und Schneckengift sollte verzichtet werden. Weniger Gartenbeleuchtung erleichtere es Männchen und Weibchen, zueinanderzufinden.