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Nordrhein-WestfalenArbeitslosigkeit in NRW im Juni leicht gesunken

30.06.2026, 09:57 Uhr
Die-Agenturen-rechnen-bei-der-Zahl-der-Arbeitslosen-im-Juli-aufgrund-der-ueblichen-saisonalen-Schwankungen-wieder-mit-einem-Anstieg
(Foto: Helge Toben/dpa)

Die Zahl der Arbeitslosen in Nordrhein-Westfalen geht erneut zurück. Eine echte Trendwende sieht Arbeitsmarktexperte Schüßler jedoch nicht.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Zahl der Arbeitslosen in Nordrhein-Westfalen ist im Juni im Vergleich zum Mai um gut 1.350 auf rund 779.623 Menschen gesunken. Die Arbeitslosenquote sei um 0,1 Punkte auf 7,7 Prozent zurückgegangen, teilte die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf mit. Vor einem Jahr lag die Quote bei 7,8 Prozent. Die Bundesagentur griff für die Statistik auf Datenmaterial zurück, das bis zum 11. Juni vorlag.

"Der NRW-Arbeitsmarkt hat sich im zweiten Monat in Folge besser entwickelt, als wir es noch im Frühjahr aufgrund der Abhängigkeit der NRW-Wirtschaft von einem kriselnden Weltmarkt erwartet hatten", sagte Direktionschef Roland Schüßler. Trotz der Entspannungssignale sieht er aber keine nachhaltige Trendwende.

Wenig neue Stellen verzeichnet

In den vergangenen vier Jahren ist die Arbeitslosigkeit Schüßler zufolge kontinuierlich gestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen im Bundesland liege heute etwa 123.000 höher als im Juni 2022. "Die Sozialkassen sind aktuell durch eine anhaltend hohe Arbeitslosigkeit belastet." Zugleich bleibe die Einstellungsbereitschaft in den Unternehmen eher gering. Im Juni wurden lediglich 22.624 Stellen neu gemeldet, im Job-Boomjahr 2018 waren es noch über 41.000.

Sorge bereitet dem Experten auch die Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung. "Eine Belastung der Arbeitslosenversicherung durch einen langfristig zu beobachtenden Anstieg der Arbeitslosigkeit ist ein Warnsignal."

Besser sieht es in der Grundsicherung aus. Von Mai 2025 bis April 2026 sei die Zahl der in NRW sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus der Ukraine um 13.500 auf 66.100 Menschen gestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung sei gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent auf 522.261 gesunken.

Mehr als 38.000 freie Ausbildungsplätze

Der Ausbildungsmarkt tritt derweil in seine heiße Phase ein. Die Unternehmen in NRW wollen möglichst viele der noch über 38.000 freien betrieblichen Ausbildungsplätze vergeben. Laut Schüßler fallen die Entscheidungen über die Besetzung erst in den Wochen vor oder erst knapp nach dem Start der Sommerferien am 20. Juli. Die Ausbildungen beginnen zum 3. August oder 1. September.

Quelle: dpa

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