Nordrhein-WestfalenEinzelhandel NRW: Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn

Steigende Preise belasten viele Beschäftigte im NRW-Einzelhandel. Verdi will deutlich mehr Geld und einen höheren Mindeststundenlohn. Für die Arbeitgeber sind die Forderungen "nicht darstellbar".
Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Einzelhandel sieben Prozent mehr Geld, mindestens aber 225 Euro im Monat. Darauf habe sich die Tarifkommission geeinigt, berichtete Verdi in Düsseldorf.
"Angesichts steigender Preise für Miete, Energie und Lebensmittel ist es dringend notwendig, die Einkommen spürbar zu erhöhen", erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Henrike Eickholt laut einer Mitteilung. "Gute Arbeit im Einzelhandel muss endlich auch zu einem Einkommen führen, von dem die Beschäftigten leben können."
Verdi fordert auch Mindeststundenlohn von 14,90 Euro
Neben höheren Löhnen und Gehältern forderte die Gewerkschaft 14,90 Euro Mindeststundenlohn und ein Plus der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro. Die Laufzeit der neuen Tarifverträge soll 12 Monate betragen. Zuvor hatten bereits andere Verdi-Tarifbezirke in Westdeutschland Forderungen in gleicher Höhe beschlossen.
Arbeitgeber fordern "Einigung mit Augenmaß"
Die Arbeitgeber wiesen die Forderungen als "nicht darstellbar" zurück. "Die Tarifforderungen von Verdi liegen jenseits der Belastungsgrenzen für die Branche", erklärte der Verhandlungsführer des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen, Christopher Ranft. "Wir befinden uns weiterhin in einer denkbar schwierigen Lage angesichts zunehmender Insolvenzen und weiterhin rückläufiger Verbraucherstimmung." Mehr denn je müsse man in dieser Tarifrunde eine Einigung mit Augenmaß suchen.
Die Beschäftigten im Einzelhandel leisteten täglich unverzichtbare Arbeit – oft unter hoher Belastung und bei gleichzeitig niedrigen Einkommen, hieß es dagegen bei Verdi. "Viele arbeiten in Teilzeit oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen und wissen am Monatsende kaum, wie sie ihre Kosten decken sollen", so Eickholt weiter. Auch gehe es darum, den Beruf attraktiver zu machen und langfristig Fachkräfte zu sichern.
Verhandlungen beginnen am 24. April in Düsseldorf
Die Tarifverhandlungen im Einzelhandel beginnen am 24. April zunächst in den Tarifbezirken Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Baden-Württemberg. Der aktuelle Tarifvertrag endet am 30. April. Solange gilt die Friedenspflicht. Im NRW-Einzelhandel sind laut Verdi rund 734.000 Menschen beschäftigt.