Nordrhein-WestfalenFalsche Polizisten: Seniorin verliert 300.000 Euro

Eine Seniorin aus Hilden hat nach Anrufen falscher Polizisten ihre gesamten Ersparnisse verloren. Erst als die Frau einen Kredit aufnehmen wollte, kam die Sache ans Licht.
Hilden (dpa/lnw) - Eine 84-jährige Frau aus Hilden bei Düsseldorf ist durch Betrüger, die sich als Polizisten ausgaben, um ihre gesamten Ersparnisse gebracht worden. Nach Angaben der Polizei verlor die Seniorin rund 300.000 Euro.
Bereits im Dezember vergangenen Jahres habe ein Mann bei der Frau angerufen und sich als Polizist ausgegeben. Er habe behauptet, das Geld der Seniorin sei bei ihrer Bank nicht mehr sicher. Sie solle es abheben, in Gold umtauschen und an einen angeblichen Abholer der Staatsanwaltschaft übergeben, der die Werte in sichere Verwahrung nehme.
Bankmitarbeiter schöpfen Verdacht
In den folgenden Wochen hätten sich weitere Anrufer gemeldet, die sich als Staatsanwälte, Richter oder Bankmitarbeiter ausgegeben hätten. Die 84-Jährige habe den telefonischen Anweisungen mehrfach Folge geleistet und so insgesamt rund 300.000 Euro übergeben, teilte die Polizei mit.
Erst am vergangenen Freitag (6. März) sei der Betrug aufgefallen, als die Seniorin bei ihrer Bank eine Hypothek aufnehmen wollte, um weitere Zahlungen leisten zu können. Bankmitarbeiter hätten daraufhin die Polizei eingeschaltet. Die Polizei warnte erneut vor der Betrugsmasche: Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft fragen am Telefon nach Vermögen. Sie nehmen auch kein Bargeld, Schmuck oder Gold zur "sicheren Verwahrung" entgegen.