Nordrhein-WestfalenKorruption: Ehemalige Vonovia-Manager müssen ins Gefängnis

Zwei ehemals leitende Angestellte des Bochumer Wohnungsunternehmens Vonovia haben jahrelang Schmiergeld und Geschenke angenommen. Jetzt wurden sie verurteilt.
Bochum (dpa/lnw) - Zwei ehemalige Manager des Bochumer Wohnungskonzerns Vonovia sind wegen Bestechlichkeit und Betruges zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Das Bochumer Landgericht hat einen 50-Jährigen zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, einen 72-Jährigen zu zwei Jahren und neun Monaten.
Die Angeklagten hatten zugegeben, jahrelang Bargeld und Geschenke von zwei Mitarbeitern einer Essener Service-Gesellschaft angenommen zu haben. Im Gegenzug wurde deren Unternehmen bei der Leistungsvergabe bevorzugt. Die Summe der Schmiergeldleistungen beläuft sich laut Urteil auf rund 200.000 Euro.
Bargeld und kostenlose Hotelaufenthalte
Die ehemals leitenden Angestellten sollen das Bestechungsgeld zum Teil in bar in Briefumschlägen erhalten haben. Laut Urteil ließen sie sich zudem unter anderem ihre Wohnungen kostenlos renovieren, Hotelaufenthalte bezahlen und neue Badezimmer- und Kücheneinrichtungen liefern.
Fast das gesamte Bestechungsgeld ist Vonovia laut Urteil mit sogenannten Luftrechnungen wieder in Rechnung gestellt worden. Dabei wurden angebliche Leistungen abgerechnet, die gar nicht entstanden sind.
Die beiden ebenfalls angeklagten Mitarbeiter der Essener Service-Gesellschaft (61 und 53) sind zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis beziehungsweise zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.