Nordrhein-Westfalen"Liga Bottrop?" - Revier wehrt sich gegen Kritik aus München

Im Streit um Münchens teures neues Konzerthaus greift eine Rednerin tief in die Klischee-Kiste: Man wolle nicht in die "Liga Bottrop" abrutschen, sagt sie. Das sehen Ruhrgebietsstädte etwas anders.
Bottrop/Gelsenkirchen/München (dpa/lnw) - Bottrop und Gelsenkirchen wehren sich gegen Kritik an ihren Kultureinrichtungen aus Bayern. Die bayerische Landtags-Grüne Sanne Kurz hatte in der Debatte um Münchens künftiges neues Konzerthaus gesagt: "Die bayerische Landeshauptstadt spielte mal in einer Liga mit Wien, Paris oder London. Aktuell steuert Markus Söder eher in Richtung Liga Bottrop oder Gelsenkirchen."
Das neue Konzerthaus für die bayerische Landeshauptstadt war bereits 2017 angekündigt worden. Passiert ist seitdem laut der Grünen-Kritik noch nicht viel, obwohl schon fast 44 Millionen Euro ausgegeben worden seien. Zeitweise war von bis zu einer Milliarde Euro Baukosten die Rede.
Lästern über München: Elphi-Kosten als Vorbild?
Gelsenkirchen habe dagegen mit dem Musiktheater im Revier seit vielen Jahren ein erfolgreiches Opern- und Konzerthaus mit eigenem Orchester - und das für ganz andere Summen, sagte ein Stadtsprecher. So habe die gründliche Sanierung der Hausakustik vor zehn Jahren ganze 2,7 Millionen Euro gekostet.
"Klar haben wir weniger Geld als München und auch kein eigenes Konzerthaus", sagt ein Bottroper Sprecher. Aber rund um die Stadt stünden renommierte Häuser etwa in Essen, Dortmund, Bochum, Duisburg und Gelsenkirchen für die Bottroper bereit. "Unter dem Strich sind das mehr Angebote als in München."
"Die Elbphilharmonie in Hamburg hat über 860 Millionen Euro gekostet. Daran wollen sich die Münchner offensichtlich ein Beispiel nehmen", lästerte der Gelsenkirchener Stadtsprecher über die Kostenexplosion in Bayern. "Man muss keine Milliarde ausgeben für Hochkultur."