Nordrhein-WestfalenNach Angriff im Maisfeld – Anklage gegen Ehemann erhoben

Eine Frau überlebt schwer verletzt nach einer Notoperation, der Ehemann wird wegen versuchten Mordes angeklagt. Die Ermittler haben beim Motiv nach dem Angriff im Münsterland eine Vermutung.
Nottuln/Münster (dpa/lnw) - Vier Monate nach dem Fund einer lebensgefährlich verletzten Frau am Straßenrand in Nottuln im Münsterland hat die Staatsanwaltschaft Münster Anklage erhoben. Tatverdächtig wegen versuchten Mordes ist der 38-jährige Ehemann der Frau. Der Angeschuldigte soll die 47-Jährige laut Mitteilung nach einem Streit mit einem Messer in einem Maisfeld angegriffen und schwer verletzt haben. Seine von ihm getrennt lebende Ehefrau konnte sich noch zu einer Bushaltestelle schleppen, wo sie von Zeugen gefunden wurde. Eine Notoperation rettete ihr Leben.
Dem Angriff war eine Trennung des Paares nach 14 Jahren vorausgegangen. Nach Angaben der Ermittler war der 38-jährige Mann mit aserbaidschanischer Staatsangehörigkeit ausreisepflichtig. Er hatte für Deutschland nur eine Duldung, die auslief. Seine Ausreise war für den 11. September 2025 geplant - einen Tag nach dem Angriff auf seine von ihm getrennt lebende Ehefrau, die in Coesfeld lebt.
Vermutung beim Motiv: Rache
Deshalb vermuten die Ermittler beim Motiv, dass der Angeschuldigte sich bei der Frau kurz vor der Ausreise dafür rächen wollte, dass sie sich von ihm getrennt hatte. Beide hatten sich für einen gemeinsamen Einkauf in Nottuln verabredet. Dabei soll es zu verbalen Streitigkeiten gekommen sein. Als die 47-Jährige dann am Abend mit dem Bus zurück nach Coesfeld fahren wollte, kam es in der Nähe der Bushaltestelle zu dem Angriff in dem Maisfeld.
Der nicht vorbestrafte Mann sitzt in Untersuchungshaft und äußert sich laut Staatsanwaltschaft nicht zu dem Vorwurf. Über die Zulassung der Anklage muss noch das Landgericht in Münster entscheiden.