Nordrhein-WestfalenNeubaur: Düsseldorfer Demo "macht mich nahezu sprachlos"

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne) hat sich tief bewegt über die starke Beteiligung an der Düsseldorfer Demonstration gegen Rechtsextremismus geäußert. "Viel hab ich in dieser Stadt schon erlebt, aber das, was ihr heute als Zeichen setzt hier auf den Rheinwiesen, alle zusammen, die ganze Stadt, Jung und Alt, hier geboren, hier zugereist, Sport, Karneval, Gewerkschaften, staatstragende Parteien, Zivilgesellschaften, das macht mich nahezu sprachlos", sagte Neubaur am Samstag bei der Hauptkundgebung. Es seien mit Sicherheit 50.000 Teilnehmer gekommen, und es strömten immer noch Tausende dazu. "Ich sag's mal, wie es ist als Düsseldorferin: Schönen Gruß nach Köln!"
Der Grund des Zusammenseins sei allerdings ein ernster, sagte Neubaur. Die über 100 Jahre alte Holocaust-Überlebende Margot Friedländer habe gesagt, so wie jetzt habe es damals auch angefangen: Nazis seien in die Parlamente gewählt worden. Diesmal, so Neubaur, werde man aber nicht einfach zusehen: "Es ist unser Land, unsere freiheitliche Demokratie - die verteidigen wir zusammen!" Die Rechtsextremisten würden jetzt gerade schon unruhig, weil sie feststellen müssten, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger aufstehe und laut sei. "Nie wieder ist jetzt - wir haben verstanden!", so Neubaur.
Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) sagte, um 1930 seien die Gefahren für die erste deutsche Demokratie unterschätzt worden. Warner wie der Schriftsteller Thomas Mann seien belächelt worden. "Das darf uns nicht noch einmal passieren", mahnte er. "Den Extremisten rufen wir zu: Nie wieder werdet ihr in der Mehrheit sein!"