Nordrhein-WestfalenKripobeamter wegen Bestechung vor Gericht

Er soll Verdächtige gewarnt und erpresst haben: Der angeklagte Ex-Polizist äußerte sich beim Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen.
Mönchengladbach (dpa/lnw) - Ein früherer Kripobeamter soll Verdächtige über Ermittlungen gegen sie informiert und dafür Geld kassiert haben. Vor dem Landgericht Mönchengladbach begann nun der Prozess gegen den 63-Jährigen wegen Bestechlichkeit, Erpressung und versuchter Strafvereitelung im Amt. Am ersten Verhandlungstag schwieg der inzwischen pensionierte Angeklagte zu den Vorwürfen.
Der Fall war vor drei Jahren aufgeflogen. Zusammen mit dem 63-Jährigen sitzt ein 52-Jähriger auf der Anklagebank, ein dritter Mann ist flüchtig.
Durch Telefonüberwachung aufgeflogen
Der Kripobeamte soll die Hand aufgehalten, die beiden bereits vorbestraften Mitangeklagten über Ermittlungen gegen sie informiert und sie gewarnt haben. Zudem sollen sie zu dritt versucht haben, einen mutmaßlichen Rocker wegen seiner Cannabisplantage um mehrere zehntausend Euro zu erpressen.
Der Polizist war aufgeflogen, weil die Telefone seiner mutmaßlichen Komplizen im Rahmen anderer Ermittlungsverfahren überwacht worden waren. Zudem waren seine Abfragen in den verschiedenen Polizeidatenbanken aufgefallen.
Angeklagtem droht Streichung seiner Pension
Eigentlich sollte gegen den Beamten bereits im vergangenen Jahr verhandelt werden. Damals war er jedoch zunächst nicht zum Prozess erschienen und danach nicht mehr verhandlungsfähig.
Eine Verurteilung zu mehr als 12 Monaten Freiheitsstrafe würde den Ex-Polizisten um seine Pension bringen. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe vor drei Jahren war er vom Dienst freigestellt worden, seine Bezüge wurden gekürzt. Seit Oktober 2024 ist er pensioniert.