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Nordrhein-WestfalenNur in Köln große Warnstreikfolgen im Nahverkehr am Mittwoch

17.03.2026, 14:21 Uhr
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Die Warnstreikwelle im Nahverkehr geht weiter. Nach Arbeitsniederlegungen in Kundenzentren sowie der Fahrerinnen und Fahrer sind nun Werkstätten an der Reihe. Das bleibt nicht überall folgenlos.

Düsseldorf/Köln (dpa/lnw) - Nach dem großflächigen Ausfall von Bussen und Bahnen in vielen Städten Nordrhein-Westfalens ist an diesem Mittwoch nicht mehr mit gravierenden Einschränkungen zu rechnen. Die Gewerkschaft Verdi hat für den Tag zwar Beschäftigte in vielen Werkstätten von Nahverkehrsbetrieben zum Warnstreik aufgerufen. Das hat allerdings nur in Köln größere Auswirkungen auf das Nahverkehrsangebot am Mittwoch.

Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) teilten mit, dass an diesem Tag keine Stadtbahnen fahren werden. Fahrzeuge, die der Strecke liegen blieben, könnten nicht repariert oder auf die Betriebshöfe abgeschleppt werden, erklärten die KVB. Der Busbetrieb werde aufrechterhalten, da defekte Busse vom Verkehr umfahren oder von externen Unternehmen abgeschleppt werden könnten. Es könne zu Unregelmäßigkeiten im Fahrplan kommen.

Donnerstag wieder vielerorts keine Busse und Bahnen

Verdi NRW erklärte dazu, dass Notdienstvereinbarungen möglich seien, damit Bergungsfahrzeuge am Mittwoch im Fall der Fälle fahren könnten. Verdi NRW bestreikt in dieser Woche zunächst Teilbereiche von Nahverkehrsbetrieben. Am Donnerstag (19. März) sind dann alle Betriebsteile zum Warnstreik aufgerufen. Deshalb bleiben am Donnerstag Bahnen und Busse wieder vielerorts im Depot. Ausnahme sind die Stadtwerke Münster, die nicht bestreikt werden.

Welche Alternativen gibt es zu Bus und Stadtbahnen?

Erfahrungsgemäß fahren einige Busse privater Subunternehmer. Außerdem sind S-Bahnen und Regionalzüge nicht von dem Tarifkonflikt im kommunalen Nahverkehr von NRW betroffen und können etwa innerhalb der Großstädte genutzt werden, um ein großes Stück voranzukommen. Der ADAC rät in solchen Fällen zu Fahrgemeinschaften und für kurze Strecken zum eigenen Fahrrad oder zu Sharing-Angeboten, etwa Leihräder oder Elektroscooter.

Müssen Schulkinder trotzdem zur Schule?

Das NRW-Schulministerium hatte bei vorangegangenen Warnstreiks im Nahverkehr darauf hingewiesen, dass Schulpflicht besteht: "Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin."

Warum werden Verkehrsbetriebe bestreikt?

Der Tarifkonflikt dreht sich um die Arbeitsbedingungen der etwa 30.000 Beschäftigten in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in NRW. In den bislang zwei Verhandlungsrunden ist keine Einigung erzielt worden. Die Tarifverhandlungen werden ab dem 24. März in dritter Runde fortgesetzt.

Verdi NRW will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzen. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll außerdem von 10 auf 11 Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen.

Arbeitgeber halten Forderungen für überzogen

Der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen wirft Verdi seit Wochen vor, die Augen vor der desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe zu verschließen. Die Tarif- und Entgeltbedingungen hätten sich schon deutlich verbessert, der Nahverkehr biete bereits jetzt attraktive Arbeitsplätze.

Warnstreiks legten in den vergangenen Wochen große Teile des Nahverkehrs lahm. Nach einer früheren Einschätzung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen befördern die kommunalen Nahverkehrsbetriebe in NRW pro Tag im Durchschnitt etwa fünf Millionen Fahrgäste. Da es oft Hin- und Rückfahrten sind, könnten es etwa 2,5 Millionen tägliche Fahrgäste sein.

Quelle: dpa

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