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Nordrhein-WestfalenPlötzlich Distanzunterricht - was nach dem Glatteis bleibt

12.01.2026, 14:34 Uhr
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(Foto: Christoph Reichwein/dpa)

Der Regen kam und vielerorts bildete sich Glatteis. Die Schüler blieben überall im Distanzunterricht. Das löst eine Debatte aus.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Mulmige Erinnerungen an die Corana-Pandemie werden plötzlich wach. Für landesweit etwa 2,5 Millionen Schüler heißt es von einem Tag auf den nächsten: Distanzunterricht. Die Schulen blieben mit Ausnahme einer Notbetreuung am Montag geschlossen. Was bleibt von dem Tag hängen?

"Passwort vergessen" dürfte eine häufige Rückmeldung gewesen sein, als es um die digitalen Formate des Unterrichts ging. Die Routine aus der Pandemie ist verflogen, der eine oder andere empfand das Verfahren als "eingerostet". Für viele Grundschüler flatterten Aufgabenpakete ins Postfach.

Los geht’s oft mit Ausdrucken

An manchem Küchentisch drohte schlechte Stimmung, wenn das eine Kind nur wenige Blätter und das andere gleich einen dicken Stapel an Aufgaben zu erledigen hatte. Auch so manches Elternteil geriet ins Stöhnen, weil der Tag kurzfristig neu organisiert werden musste, um die Kinder zu betreuen.

Warum gab es nicht früher Informationen?

NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) verteidigte die Schulschließung wegen Glatteisgefahr, die anhand einer Unwetterwarnung erfolgt sei. Es gehe um die Sicherheit auf dem Schulweg. Am Freitag seien die Schulen sensibilisiert worden, dass die Entscheidung kommen könnte, sagte sie im WDR2.

Fehlende Vorwarnung an Eltern in der Kritik

Die Landeselternschaft der Grundschulen fordert frühere Informationen über drohende Schulschließungen. Wenn die Schulen bereits am Freitag auf ein solches Szenario hingewiesen worden seien, wäre es sinnvoll gewesen, auch die Eltern einzubinden, sagte Vorsitzende Josephine Behrens der dpa.

Dann hätten Eltern die Möglichkeit gehabt, schon einmal über einen Plan B für die Betreuung der Kinder nachzudenken. So sei die Information über den landesweiten Distanzunterricht erst mit der Entscheidung der Landesregierung am Sonntagnachmittag erfolgt. Das sei gerade für berufstätige Eltern zu spät.

Distanzunterricht ist nicht gleich Distanzunterricht

Für den Distanzunterricht müssen nach Ansicht der Gewerkschaft GEW mehr Geld in die Hand genommen und bessere, nachhaltige Konzepte vorgelegt werden. Einheitliche, verbindliche Qualitätskriterien, klare didaktische Leitlinien und realistische Lernziele seien bislang nicht konsequent genug verankert.

"Trotz vorhandener Standards bestehen weiterhin große Unterschiede bei technischer Ausstattung, Endgeräten sowie der Qualität von Internet- und WLAN-Zugängen – sowohl an Schulen als auch in den Haushalten der Lernenden", erklärte die GEW-Landesvorsitzende Ayla Celik.

Entscheidung umstritten

Sowohl die Landeselternschaft der Grundschulen als auch die GEW bewerten die Entscheidung zum Distanzunterricht als nachvollziehbar. Kritik von der FDP: "Haben wir nicht aus der Pandemie gelernt? Was ist mit milderen Mitteln? Ausfall der ersten Stunde? Regulärer Unterricht ohne Präsenzpflicht statt Notbetreuung?", schrieb Landeschef Henning Höne auf der Plattform X.

NRW im Gleichklang mit anderen Bundesländern

"Es ist uns bewusst, dass das für jeden eine neue Herausforderung ist, aber wir haben uns letztendlich für die Sicherheit der Kinder und der Schülerinnen und Schüler entschieden, wie im Übrigen ja auch andere Bundesländer", sagte sie im WDR2. Sie sei beim Distanzunterricht offen für Optimierungsvorschläge.

Regen ja, Glatteis-Katastrophe nein

Regen sorgte auf den gefrorenen Böden in weiten Teilen von NRW für gefährlich glatte Straßen. Im Berufsverkehr ging es auf mehreren Autobahnen etwa im Oberbergischen Land und im Sauerland nur sehr langsam voran. Die Polizei wurde zu einigen Unfällen alarmiert. Der Winterdienst war im Dauereinsatz.

Entwarnung für die nächsten Tage

Nach der Glätte am Montagmorgen wurde das Wetter mild und regnerisch. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) könnten die Temperaturen am Dienstag und Mittwoch sogar auf bis zu elf Grad steigen. Es bleibe bewölkt und grau, immer wieder gebe es leichte Regenschauer.

Quelle: dpa

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