Nordrhein-WestfalenPolitisch motivierte Straftaten in NRW steigen um 27 Prozent

In NRW ist die Zahl politisch motivierter Straftaten deutlich gestiegen. Besonders auffällig ist die Zahl der linksextrem motivierten Delikte.
Düsseldorf (dpa/lnw) - Die politisch motivierte Kriminalität ist in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr um 27 Prozent auf einen neuen Höchststand von 13.650 Straftaten gestiegen. Der Anstieg sei sowohl auf gestiegene links- als auch rechtsextreme Straftaten zurückzuführen, heißt es im neuen Verfassungsschutzbericht des Landes.
Auffällig sei aber die Verdopplung der linksextrem motivierten Straftaten von 1190 auf 2400. Den Nahost-Konflikt machten die Verfassungsschützer für 970 Straftaten verantwortlich. Die Zahl der antisemitischen Straftaten stieg um 13 Prozent auf 790. "Unsere Demokratie steht unter Druck wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr", teilte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) dazu mit.
"Extremismus, Hass, Hetze und gezielte Desinformation: was lange entfernt schien, ist längst Teil unseres Alltags. Politisch motivierte Straftaten nehmen zu, werden härter und aggressiver", so der Innenminister.
Zahl der Extremisten nimmt zu
Die Zahl der Rechtsextremisten hat in Nordrhein-Westfalen erneut zugenommen. Nach 4.010 Rechtsextremisten im Vorjahr registrierte der Verfassungsschutz im vergangenen Jahr 4.450, von denen rund 1.800 als gewaltorientiert eingestuft wurden. Dabei wurde die Szene der 3.700 sogenannten Reichsbürger, die auch dem rechtsextremen Spektrum zugerechnet werden, nicht mitgezählt.
Auch die Zahl der Linksextremisten legte um rund zehn Prozent zu - von 3.020 auf 3.300 Personen. Die Zahl der radikalen Islamisten, der Salafisten, stieg leicht 4.010 auf 4.120.