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Nordrhein-WestfalenProzess um illegale Zigarettenfabrik: Helfer verurteilt

06.03.2026, 15:12 Uhr
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Etwa ein Jahr ist es her, dass in Düsseldorf 25 Millionen gefälschte Markenzigaretten sichergestellt wurden. Ein Prozess um die illegale Zigarettenfabrik geht nun zu Ende.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Rund ein Jahr nach der Entdeckung einer illegalen Zigarettenfabrik in Düsseldorf sind acht Produktionshelfer vor dem dortigen Landgericht zu Bewährungsstrafen zwischen 22 und 24 Monaten verurteilt worden. Damit folgte die Kammer den Anträgen des Staatsanwalts und der Verteidiger. Sie hatten mit Verweis auf den geringen Anteil der Schuld bewährungsfähige Strafen für ihre Mandanten gefordert.

Die Männer im Alter zwischen 22 und 40 Jahren waren als Arbeiter und jeweils nur für einige Wochen an der illegalen Zigarettenproduktion beteiligt. Zum Prozessauftakt hatten sie die Vorwürfe umfassend eingeräumt.

Nach eigener Aussage wussten die Männer, "dass das illegal war, was in der Halle passiert". Die Angeklagten berichteten, dass sie zunächst dachten, sie würden in Warschau arbeiten. Sie waren in Belarus angeworben worden, versprochen wurde demnach ein Monatslohn von 2.000 bis 5.000 Euro.

25 Millionen gefälschte Markenzigaretten sichergestellt

Bekommen hätten sie nach eigener Aussage aber nichts. Sie waren vor Ablauf des Monats, etwas mehr als drei Wochen nach ihrer Ankunft, festgenommen worden.

Bei der Razzia im März 2025 waren 25 Millionen gefälschte Markenzigaretten und 15 Tonnen Tabak sichergestellt worden. Allein beim Verkauf der fertigen Zigaretten wäre laut Anklage ein Steuerschaden von sechs Millionen Euro entstanden.

Tipp aus Italien

Auslöser des Verfahrens war ein Tipp der italienischen Polizei. Darin hieß es, ein polnischer Lkw mit 111 Kisten Rohtabak sei auf dem Weg von Italien nach Deutschland. Als der besagte Laster dann in Düsseldorf-Lierenfeld hielt und dort einen Teil der Ladung ablieferte, startete das Zollfahndungsamt eine großangelegte Observation.

In der Folge wurden die Produktionshalle sowie das dortige Kommen und Gehen rund um die Uhr überwacht, Telefone abgehört und Mails mitgelesen.

Komplette Produktionsstraße

In der Halle gab es laut Staatsanwaltschaft eine komplette Produktionsstraße, inklusive Tabakschneide- und Trocknungsmaschine, Stromgeneratoren und Abluftanlagen. Außerdem gab es Unterkünfte für die Arbeiter.

Der Prozess gegen die vier mutmaßlichen Organisatoren der Zigarettenproduktion läuft noch. Ihnen wird bandenmäßige Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Quelle: dpa

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