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Nordrhein-WestfalenRazzia in EU-Ländern wegen Steuerbetrugs - Iserlohn im Fokus

04.03.2026, 14:57 Uhr
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(Foto: Alex Talash/dpa)

Durchsuchungen in neun EU-Ländern, mehrere Festnahmen. Eine kriminelle Organisation soll mit Luxusautos Millionen-Steuerschäden verursacht haben. Ein Hauptverdacht führt nach Iserlohn im Sauerland.

Iserlohn (dpa/lnw) - In einem großangelegten EU-weiten Schlag wegen mutmaßlichen Steuerbetrugs in Millionenhöhe mit Luxusautos haben Einsatzkräfte in neun europäischen Ländern Durchsuchungen durchgeführt. In Deutschland wurden vier Tatverdächtige festgenommen, weitere fünf Personen in Tschechien, wie die Europäische Staatsanwaltschaft in Luxemburg mitteilte. Als Hauptverdächtige gelten demnach Eigentümer einer Gruppe von Autohäusern in Iserlohn im Märkischen Kreis sowie in Berlin.

Die Razzia seit den Morgenstunden hatten die Außenstellen der Europäischen Staatsanwaltschaft in Köln, Berlin und Prag geführt, wie es weiter hieß. Mehr als 1.100 Kräfte von Polizei und Steuerverwaltung waren auch in Österreich, Bulgarien, Kroatien, Ungarn, Italien, Polen und in der Slowakei im Einsatz. Luxusautos, Bargeld, Kunst und andere Vermögenswerte im Wert von über 13,5 Millionen Euro wurden beschlagnahmt. Insgesamt wird ein Steuerschaden von mehr als 103 Millionen Euro angenommen.

Grenzüberschreitender Betrug mutmaßlich auch von NRW aus

Die Verdächtigen sollen in einen massiven Umsatzsteuerbetrug mit Luxusautos zwischen 2017 und 2025 verwickelt gewesen sein. Die Hauptverdächtigen aus NRW und Berlin sollen Organisatoren und Anführer dieses kriminellen Netzwerks gewesen sein.

Am Morgen waren auch in Iserlohn im Sauerland mehrere Objekte durchsucht worden. Dabei sollen auch zwei Villen und ein Autohandel Ziel der Aktionen gewesen sein. Die Polizei im Märkischen Kreis unterstützte die Razzia im Rahmen einer "Art von Amtshilfe", wie ein Sprecher schilderte. Das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF) berichtete später, Steuerfahnder des NRW-Landesamtes hätten einen Autohandel durchsucht.

Die Vorgehensweise der kriminellen Organisation

Den Ermittlungen zufolge nutzte das kriminelle Netzwerk verzweigte Handelsketten. Über Briefkastenfirmen seien Steuerzahlungen umgangen worden, an anderer Stelle hätten sich Verdächtige unrechtmäßig Steuern erstatten lassen. Die umfangreichen Untersuchungen richteten sich auch gegen mehrere Personen aus dem Umfeld der Briefkastenfirmen.

Das NRW-Landesamt LBF sprach von einer Tätergruppe, die in NRW einen Autohandel führe. Sie habe nach bisherigen Erkenntnissen als Drahtzieher über fingierte Autoverkäufe an Scheinfirmen im EU-Ausland im großen Stil Umsatzsteuerbetrug betrieben. Es sei auch mit "manipulierten Lieferketten und Scheinrechnungen" gearbeitet worden. Gegen zwei Hauptverantwortliche seien Haftbefehle vollstreckt worden.

Europäische Staatsanwaltschaft

Die Europäische Staatsanwaltschaft ist eine Strafverfolgungsbehörde, die gegründet wurde, um die finanziellen Interessen der EU zu schützen. Sie befasst sich unter anderem mit Fällen von Steuerbetrug, Geldwäsche, Zollbetrug oder Veruntreuung von EU-Mitteln und hat mehrere Außenstellen auch in Deutschland.

Quelle: dpa

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