Nordrhein-WestfalenWarnstreiks an Hochschulen und Unikliniken - Staus möglich

Jetzt streiken Beschäftigte an Hochschulen. Vielerorts sind Kundgebungen und Demonstrationen geplant. Das kann auch Auswirkungen auf den Verkehr haben.
Düsseldorf (dpa/lnw) - An vielen Hochschulen und sechs Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen ist heute mit Einschränkungen durch Warnstreiks zu rechnen. Die Gewerkschaften GEW und Verdi haben zu Aktionen aufgerufen.
Worauf müssen sich Studenten und Autofahrer einstellen?
Verdi geht davon aus, dass zum Teil Bibliotheken geschlossen bleiben und der Lehrbetrieb ebenfalls betroffen ist. So könnten bestimmte Kurse ausfallen. In zahlreichen Städten sind Kundgebungen und Demonstrationen geplant. Das kann auch zu Behinderungen im Straßenverkehr führen. So erklärte die Polizei in Bonn, dass am Hochschulaktionstag mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen sei. Die Veranstalter erwarteten 700 Teilnehmer an dieser Aktion.
Nach einer Übersicht der GEW sind in Nordrhein-Westfalen an 15 Standorten von Hochschulen und Universitäten heute Aktionen vorgesehen: Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Hagen, Iserlohn, Köln, Meschede, Münster, Paderborn, Sankt Augustin, Siegen und Wuppertal. Die Aktionen starten zu unterschiedlichen Zeiten überwiegend am Vormittag.
Womit müssen Patienten der sechs Unikliniken rechnen?
An den Unikliniken in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster gehen die Warnstreiks am zweiten Tag in Folge heute weiter. Patienten müssen mit Einschränkungen rechnen. Verdi NRW hatte bei ähnlichen Aktionen erklärt, dass ein Teil der Operationen entfallen könnte und mit erheblichen Auswirkungen auf die Abläufe zu rechnen sei. Mit Notdienstvereinbarungen sei gewährleistet, dass dringliche Fälle versorgt werden. Die Kliniken informierten Patienten.
An den Unikliniken geht es um das Entgelt für Pflegerinnen und Pfleger, Labormitarbeiter, Verwaltungsmitarbeiter, Serviceassistenten und andere Beschäftigte. Um Ärzte geht es bei den Warnstreiks nicht, da deren Bezahlung über einen Tarifvertrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund geregelt ist.
Warum kann am Donnerstag der Unterricht betroffen sein?
Für Donnerstag (29. Januar) hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bundesweit zu Warnstreiks an allen Schulen aufgerufen. Sie geht davon aus, dass es Beeinträchtigungen im Unterrichtsgeschehen geben wird. Bei den Warnstreiks an den Schulen geht es nicht nur um angestellte Lehrkräfte. Die Aktionen beziehen auch etwa Sozialpädagogen und Schulsozialarbeiter ein.
Was sollten Eltern machen?
Das Schulministerium rät Eltern, auf Informationen der Schule zu achten. Die Schulen seien bemüht, im Rahmen der personellen Möglichkeiten eine Aufsicht und Betreuung der Schüler sicherzustellen. Beamtete Lehrkräfte dürften sich nicht an Streiks beteiligen und stünden grundsätzlich weiter zur Verfügung.
Was ist der Hintergrund dieser Warnstreiks?
Verdi und GEW fordern für die mehr als 920.000 Tarifbeschäftigten der Länder sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 300 Euro mehr. Von Länderseite waren die Forderungen wegen knapper Haushalte wiederholt als überzogen zurückgewiesen worden. Allerdings war von Arbeitgeberseite auch Zuversicht zu hören, dass ein Abschluss im Februar zustande kommen könnte.