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Rheinland-Pfalz & SaarlandElf Gesteinsteile nach Einschlag von Meteoriten gefunden

10.03.2026, 15:53 Uhr
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Der größte in Koblenz gefundene Meteorit ist laut Polizei so groß wie ein Tennisball. Doch es sind noch weitere kleine Fragmente aufgetaucht. Nicht nur Wissenschaftler sind daran interessiert.

Koblenz (dpa/lrs) - Nach dem Einschlag eines Meteoriten in ein Koblenzer Hausdach sind insgesamt elf Gesteinsteile gefunden worden. Neben dem größten Stein, etwa so groß wie ein Tennisball, seien noch zehn weitere Fragmente in und am Wohnanwesen entdeckt worden, teilte die Polizei in Koblenz mit. Sie hätten ein Gewicht von 6 bis 161 Gramm.

"Laienhaft betrachtet handelt es sich um "Gestein"", teilte die Polizei mit. Eine genauere Einordnung könne nur durch einen Sachverständigen erfolgen. Bislang sei nur der Schaden an dem Wohnhaus im Koblenzer Stadtteil Güls bekannt. Die Polizei teilte mit, sie suche nicht aktiv nach weiteren Gesteinsteilen.

Wem gehören die Steine?

Inzwischen seien die Besitzansprüche geklärt: Demnach stehe der Fund dem Grundstückseigentümer zu, der selbst über den weiteren Verbleib entscheiden könne, teilte die Polizei mit. Das Gestein, das sich noch in der Verwahrung der Polizei befinde, werde heute übergeben. Angaben zum Eigentümer mache die Polizei nicht.

Es habe sich bereits ein Experte des Instituts für Planetologie dafür interessiert gezeigt, den größten Stein in Augenschein zu nehmen, hieß es von der Polizei.

Bei dem Einschlag am Sonntagabend entstand nach Angaben des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz ein etwa fußballgroßes Loch. Der Meteorit traf erst das Dach und dann das Schlafzimmer des Hauses – verletzt wurde aber niemand.

Meteoriten sind Bruchteile eines Meteoroiden, die den Erdboden erreichen. Vereinfacht gesagt handelt es sich um Metall- oder Gesteinsstücke, die aus dem Weltall kommen. Sie sind mehrere Milliarden Jahre alt und stammen aus der Zeit, als das Sonnensystem entstand.

Viele besorgte Anrufer

Die Leuchterscheinung am Himmel hatte am Sonntagabend für großes Aufsehen gesorgt - in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wandten sich besorgte Menschen an die Polizei, auch weil sie zunächst eine Rakete oder Drohne befürchteten.

Einschläge von Meteoriten beschäftigen nicht nur Wissenschaftler, sondern auch eine weltweite Gemeinschaft von Meteoritenjägern. In Koblenz etwa gehörte der Franzose Thierry Monter aus der Grenzstadt Thionville zu den Ersten, die sich noch im Dunkeln auf Spurensuche machten.

"Zunächst einmal hat man als Meteoritenjäger ein Netzwerk, das man sich über die Jahre aufgebaut hat. Man hat viele Kontakte, sowohl zu Freunden, anderen Meteoritenjägern als auch zu Wissenschaftlern, Enthusiasten und vielen anderen Menschen", erzählt er. Mindestens drei oder vier Nachrichten habe er zu dem Einschlag in Koblenz erhalten, nur zwei, drei Stunden Fahrzeit entfernt. "Also bin ich in mein Auto gesprungen und kam gegen zwei oder drei Uhr morgens an."

Nächtliche Suche am Einschlagort

Normalerweise starte er vor Ort mit einer Erkundung, das sei eine langwierige Arbeit. "Ich hatte zumindest den Namen der Straße. Also bin ich die ganze Straße abgelaufen und habe mich nach beiden Seiten umgesehen, um zu sehen, ob ich Spuren von zerbrochenen Dachziegeln finden und das Haus identifizieren konnte." Oft sammelten Feuerwehrleute, Polizisten und Privatleute Meteoriten ein, übersähen aber immer etwas, sagt Monter. "Es bleiben Fragmente zurück, es bleiben Teile zurück." Deshalb müsse man schnell sein, ehe Menschen unbedarft auf die Reste des Meteoriten treten und diese beschädigen.

Eine Nachbarin im Stadtteil Güls habe ihm netterweise den Zugang zu einem Hinterhof ermöglicht, um dort nach Fragmenten des Meteoriten zu suchen. "Ich habe wirklich so schnell wie möglich alles gesammelt, was ich konnte, um zu verhindern, dass sie zerstört werden." Normalerweise machten Meteoritenjäger eine quasi wissenschaftliche Bestandsaufnahme vor Ort einschließlich Fotos, im Hinterhof aber habe es großes Gedränge und einen Auflauf von Journalisten gegeben, erzählt der Franzose.

Wertvolle Fundstücke in Dosen

Seine Fundstücke habe er schnell in kleine, geschützte Dosen gepackt. "Es sind sehr, sehr kleine Fragmente. Ich hatte keine Zeit, sie zu wiegen oder irgendetwas zu überprüfen, aber ich habe vielleicht zwanzig Gramm." Das sei wirklich sehr wenig, aber das mache nichts. "Das macht nichts. Ich bin sehr, sehr glücklich. Es ist ein sehr schöner Meteorit." Gut sei, dass es keinen Regen gegeben habe, der die Fragmente habe in Mitleidenschaft ziehen können.

Mit der Sicherstellung der Teile ist der Einsatz für den Meteoritenjäger aber längst noch nicht zu Ende. "Jetzt werde ich zwei Wochen lang weiter suchen. Und alle Untersuchungen und so weiter führe ich nach meiner Rückkehr zu Hause durch."

Quelle: dpa

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