Rheinland-Pfalz & SaarlandKurt Beck von Ergebnis enttäuscht – "Bundesweit Probleme"

Die Schwäche der SPD treibt Kurt Beck um. Von 1994 bis 2013 regierte er in Rheinland-Pfalz. Trotz der jüngsten Niederlage sollte die Partei seiner Ansicht nach Verantwortung übernehmen.
Mainz (dpa/lrs) - Der frühere SPD-Vorsitzende und ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, hat die SPD-Niederlage bei der Landtagswahl als "Enttäuschung" bezeichnet. "Man braucht ein paar Stunden, um das zu überwinden. Aber das schwingt bei der Demokratie eben mit, dass man gewinnen oder verlieren kann", sagte Beck der Deutschen Presse-Agentur.
Es sei "kein Fehler" gewesen, dass die damalige Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Amt im Juni 2024 an Alexander Schweitzer (beide SPD) übergeben habe. "Die persönlichen Werte sowie der unermüdliche Einsatz und die Qualität der Reden von Alexander Schweitzer gaben das her", sagte Beck. Die damalige Weichenstellung sei nötig gewesen, zumal Dreyer den Schritt seinerzeit damit begründet habe, dass ihr die Kraft für das Amt ausgehe.
"Ein Land, das man 35 Jahre regiert hat, lässt man nicht im Stich"
Der Bundestrend und das schlechte Abschneiden der SPD bei der jüngsten Landtagswahl in Baden-Württemberg (5,5 Prozent) hätten es Schweitzer und der Landes-SPD "nicht leichter" gemacht, sagte Beck. "Wir haben bundesweit Probleme, unsere Politik an die Menschen zu bringen, gerade bei den Politikfeldern, die für die Arbeitnehmerschaft wichtig sind."
Was ihn jedoch auch umtreibe, sei das starke Abschneiden der AfD. Die Partei konnte ihr Ergebnis im Land mehr als verdoppeln und erreichte mit 19,5 Prozent ihren bisher besten Wert in einem westdeutschen Bundesland. Viele Menschen seien offenbar so verunsichert, dass sie Kandidaten mit schlichten Antworten auf die Probleme der Zeit wählen würden, sagte der 77-Jährige.
Bei möglichen Koalitionsverhandlungen in Rheinland-Pfalz zwischen SPD und Wahlsieger CDU erwartet Beck seriöse Gespräche. "Sicher wird es an der einen oder anderen Stelle schwer. Aber beide haben Verantwortung. Und ein Land, das man 35 Jahre regiert hat, lässt man nicht im Stich."