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Rheinland-Pfalz & SaarlandMinisterin: "Pflegeeltern sind nicht Eltern zweiter Klasse"

23.08.2026, 03:31 Uhr
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(Foto: Helmut Fricke/dpa)

Viele Pflegefamilien leisten Großes und werden dringend gebraucht. Sozial- und Familienministerin Bätzing-Lichtenthäler will Eltern und Kinder stärken. Und ihnen dafür erst einmal genau zuhören.

Mainz (dpa/lrs) - Die rheinland-pfälzische Familien- und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler will die Rechte von Pflegekindern und Pflegeeltern stärken. "Dafür möchte ich Anfang kommenden Jahres einen Dialog für Pflegekinder ins Leben rufen", kündigte die SPD-Politikerin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an.

Ministerin: Pflegekinder besser sehen, Pflegeeltern stärken

Dazu sollen Vertreter und Verbände für Pflegekinder und Pflegeeltern und andere Akteure eingeladen werden. Ziel sei es, aus der Praxis mehr Rückmeldung vor allem dazu zu bekommen, wo sich Pflegekinder nicht richtig gesehen fühlten und Pflegeeltern gestärkt werden könnten. Dazu will die Ministerin auch das Gespräch mit derzeitigen und ehemaligen Pflegekindern und den Jugendämtern suchen.

Rund 5.000 Pflegekinder leben dem Ministerium zufolge in Rheinland-Pfalz. Diese Zahl habe sich in den vergangenen 20 Jahren nahezu verdoppelt und liegt stabil auf hohem Niveau. "Wir brauchen deshalb auch entsprechend viele Pflegefamilien, der Bedarf ist ungebrochen hoch", sagte Bätzing-Lichtenthäler.

Pflegeeltern müssten auch Elterngeld bekommen und nicht nur Elternzeit, forderte die Ministerin. "Pflegeeltern sind nicht Eltern zweiter Klasse. Sie leisten erstklassige Arbeit und übernehmen Verantwortung", betonte sie.

Ministerin will mehr Rechte und Unterstützung für Pflegeeltern

"Wer Verantwortung übernimmt, muss auch Rechte haben." Viele der Regelungen lägen auf Bundesebene. Bätzing-Lichtenthäler will verbessern, was vor Ort möglich ist und im Bund auf Fortschritte drängen.

Einige Familien kümmerten sich seit Jahren um Pflegekinder, darunter seien traumatisierte Jungen und Mädchen. Pflegeeltern leisteten die Alltags-Care-Arbeit mit allen damit zusammenhängenden Herausforderungen, hätten aber relativ wenig Mitspracherechte bei wesentlichen Entscheidungen wie beispielsweise einem Schulwechsel. "Da muss man eine andere Balance hinbekommen", sagte die Sozialministerin.

Pflegeeltern brauchen einen starken Rückhalt. Das hilft, mehr Menschen für diese wichtige Aufgabe zu gewinnen, und davon profitieren auch die Pflegekinder im Land."

Quelle: dpa

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