Regionalnachrichten

Rheinland-Pfalz & SaarlandStädte wollen Steingärten verhindern

04.05.2019, 10:29 Uhr
Pflanzen-ragen-aus-einem-Vorgarten-mit-grauen-und-schwarzen-Kieselsteinen
(Foto: Carmen Jaspersen/dpa)

Wiesen und Blumen statt Schotter und Stein: In Rheinland-Pfalz wird mit Blick auf das Klima und den Naturschutz vielerorts über die umstrittenen Steingärten diskutiert. Eine Reihe von Kommunen will ihnen Einhalt gebieten.

Mainz (dpa/lrs) - Zu wenig belebt und schlecht fürs Klima: Einige Städte in Rheinland-Pfalz gehen gegen umstrittene Schotter- und Steingärten vor. In Speyer beispielsweise ist vor kurzem eine entsprechende Satzung erlassen worden, wie Stadtsprecherin Lisa Marie Schönhöfer der Deutschen Presse-Agentur sagte. Danach solle die "Versteinerung von Gärten" bei Neubauten unterbunden werden. In Mainz sei ebenfalls eine Änderung geplant, sagte Umwelt- und Verkehrsdezernentin, Katrin Eder (Grüne). Steingärten und Kiesflächen sollten künftig nicht mehr als "gärtnerisch gestalteten Flächen" gelten. Eine Abstimmung im Stadtrat sei Ende 2019 geplant. In Schotter- und Steingärten werden Wiesen, Rasen und Beete durch Schotter und Kies ersetzt und der Boden mit Folien versiegelt.

In Bad Neuenahr-Ahrweiler und in Neustadt an der Weinstraße gibt es in Bebauungsplänen für Neubaugebiete bereits Klauseln, die Steingärten verhindern sollen. "In Neubaugebieten ist die freie Fläche zu bepflanzen und gärtnerisch zu unterhalten", sagte der Sprecher der Stadt Bad Neuenahr, Dominik Schmitz.

Der Naturschutzbund Nabu hatte kürzlich die Städte und Gemeinden aufgefordert, mehr gegen Schottergärten zu tun. "Solche Gärten bieten nicht nur keinen Lebensraum für Bienen und Insekten, sie wirken sich durch die aufgeheizten Steine im Sommer auch noch negativ auf das Stadtklima aus", sagte die Naturschutzreferentin des Nabu Rheinland-Pfalz, Ann-Sybil Kuckuk. Sie zu verbieten sei rechtlich jedoch schwierig. Mit der Anpassung örtlicher Grünsatzungen und Bebauungsplänen, könnten Gartenflächen jedoch so definieren werden, dass Schotterflächen nicht dazu gezählt werden können.

Regionales