Rheinland-Pfalz & SaarlandVerrücktes Ende: Kaiserslautern feiert 3:1 gegen Hannover

Kaiserslautern tut sich gegen Hannover lange schwer, dreht aber ein 0:1 in ein 3:1. Die nächste Herausforderung könnte größer kaum sein.
Kaiserslautern (dpa/lrs) - Trainer Torsten Lieberknecht schwenkte nach dem 3:1 (1:1) des 1. FC Kaiserslautern gegen Hannover 96 eine rote Clubfahne - die Fans im Fritz-Walter-Stadion waren völlig aus dem Häuschen. "Das sind unglaubliche Momente, die kann man nicht beschreiben", sagte der 52-Jährige nach dem furiosen Ende der Zweitliga-Partie bei Sky. "Das ist hier ein totaler Hexenkessel, da explodiert man mit."
Semih Sahin und Naatan Skyttä trafen zum Rückrunden-Auftakt in der Nachspielzeit vor 44.382 Zuschauern (90.+2 und 90.+5) für die Pfälzer. Damit setzten sich die Roten Teufel in der Tabelle einen Punkt vor die Niedersachsen auf Platz fünf.
"Einfach nur pure Freude"
"Die Gefühle kannst du nicht beschreiben, die musst du erlebt haben. Es ist einfach nur pure Freude", sagte Kapitän Marlon Ritter nach einem typischen Betzenberg-Spiel.
Dabei hatte Kapitän Enzo Leopold bei einem Konter die Mannschaft von Trainer Christian Titz zunächst in Führung gebracht (67. Minute). Im ersten Spiel seit der Rückkehr von Hannovers Sportgeschäftsführer Jörg Schmadtke hatten es die Gäste vor allem ihrem Torhüter Nahuel Noll zu verdanken, dass sie bis dahin ohne Gegentor geblieben waren.
Prtajin trifft beim Comeback
In der Anfangsphase war Hannover die aktivere Mannschaft und hatte bereits nach vier Minuten durch einen Kopfball von Benedikt Pichler eine große Chance. Danach wurden die Gastgeber stärker: Noll parierte zunächst einen Schuss von Naatan Skyttä (28.) und war bei einem erneuten Abschluss des Finnen vier Minuten später ebenfalls zur Stelle. Auch Mika Haas fand nach 62 Minuten in Noll seinen Meister.
Sieben Minuten nach der Führung für 96 glich der eingewechselte Ivan Prtajin, der wegen eines Muskelbündelrisses wochenlang gefehlt hatte, per Kopf mit seinem neunten Saisontor für den FCK aus (74.). Kurz nach dem 1:1 musste Hannover mit zehn Profis weiterspielen, da Waniss Taibi wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote-Karte sah (76.) - und erlebte dann in der Nachspielzeit ein bitteres Ende der hart umkämpften Partie.
Nächste Partie auf Schalke
"Es ist unglaublich. Ich glaube, dieser Sieg ist sehr wichtig für den Verein, für die Mannschaft, für die Fans, für alle", sagte Torschütze Prtajin. "Wir sind jetzt näher an den Spitzenplätzen dran und wollen auch dort bleiben."
Mit 22 Punkten ist der FCK das beste Heimteam der Liga und steht nun vor einer großen Auswärts-Herausforderung: Am nächsten Sonntag geht es zu Spitzenreiter FC Schalke 04.