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Rheinland-Pfalz & SaarlandVon Moshpits bis "Wattwanderung" – so war Rock am Ring 2026

07.06.2026, 13:35 Uhr
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Volbeat im Regen, Iron Maiden als Finale: Trotz Wetterkapriolen feiern 90.000 Fans ausgelassen in der Eifel – doch es gibt auch Kritik.

Nürburg (dpa/lrs) - Rund 90.000 Fans haben Rock am Ring trotz Regen und Schlamm am Nürburgring in der Eifel gefeiert. Das Musikspektakel vom 5. bis zum 7. Juni, das seit Herbst 2025 ausverkauft war, hatte einige Highlights zu bieten: Linkin Park, Limp Bizkit und Papa Roach rockten die Bühne am Freitag, am Samstag heizten die Bands Electric Callboy, Volbeat und Bad Omens ordentlich ein. Zum krönenden Abschluss stehen The Offspring und Iron Maiden für Sonntagabend auf dem Plan.

Das Festival wurde in diesem Jahr 41 – und feierte das mit rund 70 Acts auf drei Bühnen. Zeitgleich fand das Zwillingsfestival Rock im Park in Nürnberg statt. Für das kommende Jahr steht bereits ein erster Headliner fest. Der erste Eifel-Auftritt von Blink-182 wurde am Freitagabend mit Feuerwerk und LED-Anzeige unter Jubel bekanntgegeben.

Überraschungs-Act: Sonne

Die Wettervorhersage war gar nicht gut - Schauer, Gewitter, Wind, das volle Programm. Die meiste Zeit hielt das Wetter allerdings überraschend gut. Pünktlich zum Auftakt klarte der Himmel für ein paar Stunden auf und ließ den Schlamm an den Gummistiefeln trocknen.

Im goldenen Licht des Sonnenuntergangs zog Papa Roach alle Aufmerksamkeit mit einem Hubschrauber-Stunt auf sich, bevor die US-Rocker die Fans mit auf eine Metal-Zeitreise nahmen. Später sorgten der Gesang und die Schreie von Linkin-Park-Sängerin Emily Armstrong sowohl für wilde als auch emotionale Momente.

Allerdings gab es auch immer mal wieder Regenschauer. So auch am Samstag beim Auftritt des US-Musikers Tom Morello, der mit einer Botschaft für Jubel sorgte. Während eines seiner bekannten Gitarrenriffs drehte er die Gitarre und zeigte, dass auf der Rückseite die Worte: "Nazis raus" standen.

Die Zehntausenden feierten auf typische Rocker-Art: mit unzähligen Moshpits, Crowdsurfern und der sogenannten Pommesgabel in der Luft. Das Alter der Besucher könnte weiter kaum auseinanderliegen: von einem Baby mit Ohrenschützern auf den Armen ihrer Oma über Dina (34), für die das Festival eine feste Gelegenheit ist, ihre weit entfernt wohnenden beste Freundin wiederzusehen. Andere sind auch zum ersten Mal vor Ort, zum Beispiel Iris (62), die jetzt "im hohen Alter" das nachholt, was sie sich als Studentin nicht leisten konnte, wie sie erzählte.

Wattwanderung in der Eifel?

In den Tagen vor dem offiziellen Festivalbeginn waren die Wolken weniger gnädig mit den Fans: Anhaltender Regen weichte der Boden vieler Campingplätze stark auf, tiefer Schlamm gehörte beim Gang zu den Toiletten dazu. Oder wie eine Besucherin scherzte: "Wir bieten hier vor unserem Zelt eine Wattwanderung an." In einige Zelte lief das Wasser, andere Pavillons fielen dem Wind zum Opfer.

Die Stimmung ließen sich die Fans dadurch aber nicht vermiesen. Sie hielten sich mit Vorfreude und kreativen Methoden warm: Die einen veranstalteten einen Stuhl-Weitwurf-Wettbewerb, andere verwandelten den Campingplatz mit leeren Dosen und Pavillonstangen in einen Golfplatz. Wieder andere setzten auf warme Gedanken und lasen gemeinschaftlich mit Mikro über Lautsprecher aus den Doktor-Sommer-Seiten der Bravo.

Toiletten-Frust

Viele Festivalbesucher zeigten sich jedoch unzufrieden mit der Anzahl der Toiletten und Duschen. In den Kommentaren unter den Instagram-Beiträgen des offiziellen Event-Accounts häufte sich die Kritik. "Viel zu wenige Spülklos und dann auch noch permanent defekt", heißt es da zum Beispiel. Auch auf dem Festival selbst war Kritik zu hören. "Auf dem Campingplatz muss man schon mal 40 Minuten für die Toiletten anstehen", sagte Besucher Fabian (24).

Die Veranstalter reagierten auf Instagram: "Hey Leute, es stehen die gleichen Toiletten- und Duschanlagen wie im letzten Jahr zur Verfügung. Dort, wo Campingflächen jetzt erweitert wurden, haben wir die Kapazitäten zusätzlich ausgebaut und an die größeren Flächen angepasst." Zur genauen Anzahl der Toiletten äußerten sich die Veranstalter auf Anfrage nicht.

Einige Festivalbesucher nutzten die umliegenden Büsche, um sich zu erleichtern, zum Duschen wurde auch mal der Kanister hochgehalten – oder ganz darauf verzichtet.

Friedliche Rocker

Beim harten Feiern blieb es größtenteils friedlich, wie Einsatzkräfte berichteten. Die Polizei registrierte bis Sonntagmittag ein "verschwindend geringes Straftatenaufkommen", wie ein Sprecher mitteilte. Gerade mit Blick auf die hohen Besucherzahlen laufe alles "wie es soll".

Abreisewelle und kleine Pannen

Für den ADAC war die Einsatzlage überschaubar, sagte ein Sprecher. Der ein oder andere Wagen musste demnach aus dem Schlamm gezogen werden. Die Abreisewelle hat dem Sprecher zufolge bereits am Sonntagvormittag begonnen. Dabei komme es zu den üblichen Pannen, etwa leere Batterien oder den Schlüssel beim Einladen im Auto verlegt. Der ADAC rechnet bis Montagfrüh mit einem stetig zunehmenden Verkehrsaufkommen.

Quelle: dpa

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