Rheinland-Pfalz & SaarlandZahl der antisemitischen Vorfälle im Saarland bleibt erhöht

Seit dem Angriff der Hamas auf Israel werden mehr antisemitische Vorfälle im Saarland registriert. Meist richtet sich der Antisemitismus gegen den Staat Israel.
St. Wendel (dpa/lrs) - Im Saarland bleibt die Zahl der antisemitischen Vorfälle weiter erhöht. Im vergangenen Jahr wurden 57 antisemitische Vorfälle dokumentiert, wie die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Saarland (RIAS) in St. Wendel im Jahresbericht mitteilt. "Auch 2025 kann nicht von einer Entspannung der Lage gesprochen werden", hieß es.
Es zeige sich vielmehr "eine Stabilisierung der Anzahl antisemitischer Vorfälle auf einem erhöhten Niveau" im Vergleich zu dem Zeitraum vor dem Überfall der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und den folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen.
2025 wurden von RIAS Saarland drei gezielte Sachbeschädigungen, zwei Bedrohungen und 52 Fälle verletzenden Verhaltens (davon 26 bei Versammlungen) registriert. Dazu gehörten Diskriminierungen und Parolen oder Schmierereien.
Israelbezogener Antisemitismus am häufigsten
Ein Fall der Bedrohung ereignete sich demnach in einem privaten Konflikt. Dabei wurde eine jüdische Person antisemitisch beleidigt und mit dem Tod bedroht, hieß es in dem Bericht. Nähere Angaben könnten aus Gründen des Vertrauensschutzes nicht gemacht werden.
Laut Bericht spielte die Erscheinungsform des israelbezogenen Antisemitismus im dritten Jahr in Folge am häufigsten eine Rolle. Diese Form des Antisemitismus richtet sich gegen den jüdischen Staat Israel, indem diesem etwa das Existenzrecht abgesprochen wird. 36 solcher Fälle wurden registriert.
Fünf Vorfälle an Schulen
Zwei Drittel der antisemitischen Vorfälle ereigneten sich im öffentlichen Raum: auf der Straße, in Verkehrsmitteln, an Bahnhöfen oder in Grünanlagen. Sieben Vorfälle wurden dem Bericht zufolge in Bildungseinrichtungen dokumentiert, wobei sich fünf dieser Vorfälle an Schulen, ein Vorfall in der Nachmittagsbetreuung und einer an einer Hochschule ereigneten.
Die absolute Anzahl der dokumentierten Fälle ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr (95 Fälle) gesunken. Das höhere Fallaufkommen im Jahr 2024 ergab sich durch eine Vielzahl von versendeten Massenzuschriften (2024: 42 Vorfälle).
Im Jahr 2025 wurde RIAS Saarland keine Massenzuschrift bekannt. Massenzuschriften sind Briefe oder E-Mails, welche sich an einen größeren Personenkreis richten und antisemitische Inhalte aufweisen.