Sachsen-AnhaltBürgerarbeit soll Einstieg in reguläre Jobs erleichtern

Mit Bürgerarbeit will Sachsen-Anhalt Langzeitarbeitslose und Asylbewerber aktivieren und stufenweise in Jobs bringen. Wer solche Maßnahmen ablehnt, muss mit Leistungskürzungen rechnen.
Magdeburg (dpa/sa) - Pflege von Grünflächen, Unterstützung im Sportverein, Hilfsarbeiten im Krankenhaus - in Sachsen-Anhalt sollen Langzeitarbeitslose und Asylbewerber ohne reguläre Beschäftigung mit einer neuen Initiative stärker in Arbeitsgelegenheiten gebracht werden. In Magdeburg haben Vertreter der Landesregierung, der Kommunen, der Wirtschaft und der Bundesagentur für Arbeit eine Vereinbarung zur Initiative Bürgerarbeit unterzeichnet.
"Jemand, der eine Leistung vom Staat bekommt, muss auch eine Gegenleistung bieten", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU). Das Modell soll am 1. Juli zunächst modellhaft im Landkreis Mansfeld-Südharz und im Burgenlandkreis starten. Anlass ist auch das Inkrafttreten der neuen Grundsicherung für Arbeitsuchende zu diesem Zeitpunkt.
Der Landkreis Wittenberg, der Burgenlandkreis und der Salzlandkreis schaffen ebenfalls zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten. Erfolgreiche Ansätze sollen im Laufe des Jahres schrittweise auf weitere Kommunen übertragen werden.
Wer nicht erscheint, bekommt weniger Leistungen
Der Landrat des Landkreises Wittenberg, Christian Tylsch (CDU), verwies auf gute Erfahrungen wie etwa die Übernahme von Menschen in eine Festanstellung nach der Arbeitsgelegenheit. Es gebe aber auch Fälle, in denen Kandidaten nicht erschienen. Dann setze der Sanktionsmechanismus ein, so Tylsch. "Und auch da werden dann Leistungen gekürzt."
Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, Sascha Gläßer, betonte, dass keine regulären Arbeitsplätze ersetzt würden. Die Arbeitsgelegenheiten sollen zusätzlich, im öffentlichen Interesse und wettbewerbsneutral sein. Ein solches Angebot könne Menschen eine Tagesstruktur geben, Kompetenzen stärken, gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen und Menschen schrittweise wieder an Arbeit heranführen, so Gläßer. "Jeder, der arbeiten kann, wird gebraucht."