Sachsen-AnhaltBund ändert Strategie – Schkopau hofft auf Gaskraft-Zukunft

Die Bundesregierung will ihre Kraftwerksstrategie ändern. Davon könnte auch ein wichtiger Industriestandort in Sachsen-Anhalt profitieren.
Magdeburg/Schkopau (dpa/sa) - Das Braunkohlekraftwerk Schkopau könnte bessere Chancen auf eine Zukunft als Gaskraftwerk erhalten. Grund ist eine geplante Änderung der Kraftwerksstrategie der Bundesregierung, durch die Standorte in Ost- und Norddeutschland bei künftigen Ausschreibungen stärker berücksichtigt werden sollen. Das teilte das Energieministerium Sachsen-Anhalt mit.
Geänderte Regeln bei Ausschreibungen
Hintergrund ist der geplante Bau neuer Gaskraftwerke, die einspringen sollen, wenn Wind- und Solarenergie nicht ausreichen. Nach den bisherigen Plänen sollten bis zu zwei Drittel der neuen Kraftwerkskapazitäten bevorzugt im sogenannten netztechnischen Süden entstehen. Künftig soll dieser sogenannte Südbonus erst greifen, nachdem ein Drittel der Zuschläge an Standorte im Norden gegangen ist. Zu dieser Region zählt auch Sachsen-Anhalt.
Energieminister Armin Willingmann begrüßte den Kurswechsel. "Für Sachsen-Anhalt ist es eine gute Nachricht, dass der Süden Deutschlands bei der Kraftwerksstrategie nicht mehr so einseitig bevorzugt wird", sagte der SPD-Politiker.
Schkopau muss bis 2034 aus der Kohle aussteigen
Nach Angaben des Ministeriums versorgt das Kraftwerk Schkopau die Chemieindustrie mit Strom und Prozessdampf sowie die Deutsche Bahn mit Strom. Das derzeit mit Braunkohle betriebene Kraftwerk muss nach dem Kohleverstromungsbeendigungsgesetz spätestens Ende 2034 stillgelegt werden. Eine Umrüstung auf Erdgas gilt als Voraussetzung für einen Weiterbetrieb des Standorts.
Minister sieht neue Perspektiven
Willingmann sieht deshalb nun bessere Perspektiven für Schkopau. "Das Kraftwerk Schkopau hat jetzt eine aussichtsreiche Chance, erfolgreich an den Ausschreibungen teilzunehmen", sagte der Minister.