Nordrhein-WestfalenKleine Hotels haben es schwer in NRW

Nordrhein-Westfalens Hotelbranche ist im Umbruch, kleine Hotels und Gasthöfe haben einen schweren Stand am Markt. Ein Marktsegment zieht aber stark an.
Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach jahrelangen Rückgängen zieht die Anzahl der Beherbergungsbetriebe in Nordrhein-Westfalen wieder etwas an. Waren im Jahr 2015 noch 5060 solcher Betriebe geöffnet, so waren es zehn Jahre später 383 weniger - also ein Minus von etwa acht Prozent, wie das Landesstatistikamt in Düsseldorf mitteilte. Allerdings war es im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 213 aufwärtsgegangen - das war der erste und einzige Zuwachs in dieser Elf-Jahres-Statistik.
Dieser Zuwachs wiederum lag vor allem an einem deutlichen Plus bei Ferienwohnungen und Ferienhäusern, in diesem Segment waren im vergangenen Jahr 558 geöffnete Betriebe registriert und damit deutlich mehr als 2024 (414) und 2015 (339).
Bei Beherbergungsbetrieben geht es vor allem um Hotels, aber auch um Pensionen, Gasthöfe, Jugendherbergen, Reha-Kliniken, Schulungsheime, Campingplätze und um besagte Ferienwohnungen. Bemerkenswert ist, dass die Anzahl der Beherbergungsbetriebe in NRW seit 2015 zwar deutlich gesunken, die Anzahl der angebotenen Betten aber um elf Prozent gestiegen ist. Das lag an der Marktkonzentration: Es gibt immer mehr größere Hotels, kleine Hotels haben es mitunter hingegen schwer.
Reaktion des Dehoga
"Zum Glück ist mit dem Mehr an Betten auch die Zahl der Gäste in den letzten Jahren nach Corona wieder gestiegen", sagte der Sprecher des Branchenverbandes Dehoga NRW, Thorsten Hellwig. "Die Entwicklung zeigt: Nordrhein-Westfalen bleibt ein attraktives Reiseziel mit weiterhin viel Potenzial, das bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist." Im vergangenen Jahr besuchten laut Statistikamt 25 Millionen Gäste die Beherbergungsbetriebe in NRW, das waren so viele wie noch nie. 2025 war es um 2,2 Prozent nach oben gegangen.
Mit Blick auf den Rückgang bei der Anzahl der Beherbergungsbetriebe sagte Hellwig, dass sich die wirtschaftliche Situation gerade für kleinere Betriebe verschlechtert habe. "Damit die vielen kleinen und mittelständischen Betriebe wirtschaftlich arbeiten und investieren können, brauchen sie bessere Rahmenbedingungen: weniger Bürokratie, mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten und keine zusätzlichen Belastungen wie kommunale Bettensteuern", so der Verbandsvertreter. "Nur so bleibt die vielfältige Beherbergungslandschaft in Nordrhein-Westfalen langfristig erhalten."