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Sachsen-AnhaltErneut antisemitische Vorfälle an Kunsthochschule Halle

05.05.2026, 15:09 Uhr
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An der Kunsthochschule Halle tauchen antisemitische Aushänge auf. Die Hochschule prüft rechtliche Schritte und will den Dialog mit der Jüdischen Gemeinde stärken.

Halle (dpa/sa) - An der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle ist es erneut zu antisemitischen Vorfällen gekommen. Auf dem Campus seien seit dem 30. April wiederholt Aushänge angebracht worden, die die Jüdische Gemeinde Halle diffamierten, teilte die Hochschule mit. Der Inhalt sei eindeutig antisemitisch einzuordnen.

Die Aushänge seien fortlaufend entfernt, die Verbreitung dokumentiert und die rechtliche Prüfung der Inhalte eingeleitet worden, hieß es. Die Hochschule bereitet die Übergabe der Unterlagen an die zuständigen Behörden vor.

Der Jüdischen Gemeinde ist den Angaben zufolge in den Aushängen Rassismus vorgeworfen worden. "Die Jüdische Gemeinde Halle ist ein wichtiger Teil der Stadtgesellschaft und wir stehen als Hochschulgemeinschaft im Austausch mit ihren Angehörigen", teilte die Hochschule mit. Der Austausch zwischen Hochschule, Studenten und Gemeinde soll gestärkt werden. "Gerade weil sich der Aushang gegen genau diese Formen des Austauschs gerichtet hat, ist es uns wichtig, sie zu verteidigen."

Pott: "Es zeigt sich ein erschreckendes Muster"

Die FDP fordert Konsequenzen. Die Verantwortlichen dürften sich nicht wegducken, sagte der hochschulpolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Konstantin Pott. "Besonders schwer wiegt die Tatsache, dass dies nicht der erste Vorfall dieser Art an der Burg ist. Es zeigt sich ein erschreckendes Muster." Die Liberalen betonten, dass Angriffe auf jüdische Einrichtungen oder Gemeinden nicht als politische Kritik zu werten seien, sondern als Antisemitismus.

Auch die Hochschule selbst sah sich im vergangenen Jahr Antisemitismus-Vorwürfen ausgesetzt. In Zusammenhang mit einem Kunstwerk bei der Jahresausstellung hatte sich Kritik unter anderem an einem studentischen Relief entzündet, das laut dem Bündnis gegen Antisemitismus Halle eine übergroße Palästinaflagge und eine Form zeigte, die an antisemitische Bildsprache erinnere. Die Hochschule wies den Vorwurf damals zurück.

Quelle: dpa

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