Sachsen-AnhaltErster AfD-Landrat im Land? Stichwahl im Saalekreis

Anfang des Monats konnte keiner der Kandidaten ausreichend Stimmen für das Amt des neuen Landrats holen. Nun soll es sich zwischen zwei Männern entscheiden, von denen einer umstritten ist.
Merseburg (dpa/sa) - Per Stichwahl soll am Sonntag der neue Landrat für den Saalekreis bestimmt werden. CDU-Kandidat Sven Czekalla tritt gegen den AfD-Bewerber Uwe Arendt an. Würde Arendt gewinnen, wäre er der erste AfD-Politiker, der in Sachsen-Anhalt zum Landrat gewählt wurde.
Bei der ersten Wahl am 7. Juni hatte Arendt laut Landratsamt mit 43,26 Prozent die meisten Stimmen bekommen, der CDU-Politiker Czekalla landete mit 36,63 Prozent auf Platz zwei. Damit erzielten beide nicht die erforderliche Mehrheit, um im ersten Anlauf zum Nachfolger des amtierenden parteilosen Landrats Hartmut Handschak gewählt zu werden.
Disziplinarverfahren gegen Arendt
Der 59 Jahre alte Polizeibeamte Arendt gilt als umstritten. Die Polizeiinspektion Halle führt derzeit ein Disziplinarverfahren gegen ihn. Einem Bericht der "Mitteldeutsche Zeitung" zufolge soll Arendt trotz monatelanger Krankschreibung unter anderem Wahlkampfauftritte absolviert haben. In den sozialen Medien stritt er die Vorwürfe gegen sich ab. Später äußerte er sich öffentlich dazu nicht mehr.
In Sachsen-Anhalt wird die AfD vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.
Insgesamt sind nach Angaben des Landkreises 153.450 Bürgerinnen und Bürger zur Wahl des Landrats berechtigt, Anfang Juni lag die Wahlbeteiligung bei 49,3 Prozent. Der Kreis hat derzeit insgesamt 182.500 Einwohnerinnen und Einwohner.