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Sachsen-AnhaltFanhilfe kritisiert Polizei nach Ausschreitungen

30.01.2026, 16:55 Uhr
Nur-knapp-eine-Woche-nach-den-Ausschreitungen-im-Stadion-des-1-FC-Magdeburg-steht-bereits-das-naechste-Heimspiel-an

Nach den Ausschreitungen im Stadion übt die Fanhilfe Magdeburg deutliche Kritik an der Polizeitaktik. Druck kommt aber auch vonseiten der Sponsoren.

Magdeburg (dpa/sa) - Die Fanhilfe Magdeburg kritisiert nach den schweren Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende auch die Einsatztaktik der Polizei. "Wir widersprechen ausdrücklich der Darstellung, Fans hätten bewusst einen Angriff auf Polizeikräfte vorbereitet", heißt es in einer Stellungnahme der Fanhilfe. Die Polizei habe sich in einem Bereich aufgehalten, der seit Jahren von vereinseigenen Ordnern betreut werde, Polizei sei in diesem Bereich im bisherigen Einsatzkonzept nicht vorgesehen. Der Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray habe zudem nicht deeskalierend gewirkt.

Das bedeute nicht, Fehlverhalten zu rechtfertigen oder zu verharmlosen, so die Fanhilfe. In der mittlerweile fast 20-jährigen Geschichte des Stadions stelle die Eskalation von vergangener Woche ein Novum im negativen Sinne dar.

Bei der Auseinandersetzung kurz vor der Halbzeitpause des Zweitliga-Spiels zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden (1:2) wurden mehr als 70 Polizisten verletzt. Die Fanhilfe gab die Zahl der verletzten Fußballfans mit rund 100 Stadionbesuchern an. Mitte der Woche wurde ein 29 Jahre alter Mann aus Aschersleben von Spezialkräften der Polizei verhaftet. Ihm wird unter anderem versuchter Mord vorgeworfen.

Sponsoren unterstützen Verein - fordern aber auch Aufklärung

Inzwischen haben sich auch mehrere Hauptsponsoren des Vereins zu den Ausschreitungen auf Anfrage geäußert. "Wir sind gegen jegliche Gewalt im Stadion", sagte etwa Peter Lackner, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg. Lackner sitzt auch im Aufsichtsrat des Vereins. Man werde auch Konsequenzen im Sponsoring in Betracht ziehen.

Andere Sponsoren äußerten sich zurückhaltender. Man stehe zum Engagement und vertraue auf die zugesicherte, umfangreiche Unterstützung des Vereins bei der lückenlosen Aufklärung der Vorkommnisse, teilten etwa die Versicherungsgesellschaft LVM und das Pflegeunternehmen Humanas mit.

Die Getec-Gruppe erklärte, es bestehe kein Anlass, das Sponsoring zu beenden. Man unterscheide aber deutlich zwischen der Mannschaft und gewaltbereiten Fans. Nach Überzeugung des Sponsors nehme auch der Vorstand des 1. FC Magdeburg die Vorkommnisse sehr ernst.

Quelle: dpa

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