Sachsen-AnhaltGemischte Bilanz zu jüdischem Leben in Sachsen-Anhalt

Mehr Unterstützung, doch die Gefahr bleibt: Ein Bericht zieht Bilanz über jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt – zwischen neuen Projekten und anhaltender Bedrohung.
Magdeburg (dpa/sa) - Positive Entwicklungen bei einer anhaltend hohen Gefährdungslage prägen das jüdische Leben in Sachsen-Anhalt. Diese gemischte Bilanz zieht der dritte Umsetzungsbericht zum Landesprogramm für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus.
Es sei viel Positives bewirkt worden und die jüdische Gemeinschaft im Land erkenne dies auch ausdrücklich an, heißt es darin. Als Beispiel ist die Eröffnung zweier neuer Synagogen im Laufe der nun zu Ende gehenden Legislaturperiode angeführt.
Große Herausforderungen bei Sicherheit
Der Blick auf das jüdische Leben bleibe aber auch in Sachsen-Anhalt stark von internationalen Entwicklungen abhängig. Insbesondere seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 stellt der Bericht große Herausforderungen fest. Das Thema Sicherheit überlagere die Gesamtthematik, weltweit sei die jüdische Gemeinde zunehmenden Feindseligkeiten ausgesetzt. Auch in Sachsen-Anhalt ist den Angaben nach sowohl die Gefährdungslage für jüdische Einrichtungen als auch das Niveau antisemitischer Vorfälle hoch.
Der Umsetzungsbericht ist unter Federführung von Wolfgang Schneiß, Ansprechpartner für jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt und gegen Antisemitismus, erarbeitet worden. Das Landesprogramm wurde nach dem antisemitischen Anschlag vom 9. Oktober 2019 in Halle beschlossen. Es wurde ursprünglich entwickelt, um einer Verengung der Wahrnehmung jüdischen Lebens auf die Aspekte der Sicherheit entgegenzuwirken und in der gesamten Breite von Politik und Gesellschaft Unterstützung für das jüdische Leben zu bewirken.