Sachsen-AnhaltKeine Fanmeilen zur Fußball-WM in Sachsen-Anhalt geplant

In Sachsen-Anhalt sind zur Fußball-WM 2026 keine großen Fanmeilen geplant. Wo viele Spiele dennoch gemeinsam angeschaut werden können.
Magdeburg/Halle (dpa/sa) - Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 sind in Sachsen-Anhalts größten Städten bislang keine großen Public-Viewing-Veranstaltungen geplant. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den zehn einwohnerstärksten Städten im Land ergab, dass keine Kommune derzeit eigene Fanmeilen oder Großübertragungen organisiert.
Vereinzelt hätten jedoch private Veranstalter in den Städten nach möglichen Public-Viewing-Angeboten gefragt, teilten mehrere Verwaltungen mit. Konkrete Anträge für größere Veranstaltungen lägen bislang aber nicht vor.
Gastronomen übertragen Spiele
In Magdeburg sei jedoch zu erwarten, dass Gastronomen Spiele etwa in Biergärten oder auf Terrassen übertragen. Eine Übersicht darüber habe die Stadt nicht, weil dafür keine gesonderte Anmeldung erforderlich sei. "Planungen größerer Fanfeste privater Veranstalter sind uns bislang nicht bekannt", teilte ein Sprecher mit.
Auch in Halle sind nach Angaben der Stadt derzeit keine Public-Viewing-Veranstaltungen geplant. Anträge für entsprechende Veranstaltungen lägen bislang nicht vor. Lediglich ein Gastronom habe angefragt, ob es wieder eine bundesweite Verordnung geben werde, die Übertragungen im Freien erleichtere.
Späte Anstoßzeiten vieler Fußball-Spiele
Ähnlich äußerten sich auch andere Städte. In Dessau-Roßlau, Weißenfels, Halberstadt, Merseburg, Bitterfeld-Wolfen, Wernigerode und Stendal sei kein Public Viewing geplant, zudem lägen bislang keine Anträge für entsprechende Veranstaltungen vor. Die Lutherstadt Wittenberg teilte mit, derzeit seien keine größeren Public-Viewing-Veranstaltungen bekannt. Üblicherweise würden jedoch Gastronomen oder Hotels Spiele übertragen. Grundsätzlich sei die Stadt offen dafür, künftig selbst ein Public Viewing anzubieten. In diesem Jahr gestalte sich das wegen der späten Anstoßzeiten vieler Partien allerdings schwierig.
Auch in Wernigerode spielen die Anstoßzeiten eine Rolle. Sollte eine größere Veranstaltung geplant werden, könnten Übertragungen wegen der Zeitverschiebung zum Problem werden. An möglichen Veranstaltungsorten wie dem Markt- oder dem Nicolaiplatz könne der Lärmschutz bei nächtlichen Übertragungen gefährdet sein, teilte die Stadt mit.
Bund macht den Weg frei
Die Weltmeisterschaft findet vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026 in den USA, Kanada und Mexiko statt. Wegen der Zeitverschiebung beginnen viele Spiele in Deutschland erst am späten Abend oder in der Nacht. So startet etwa das deutsche Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste am 20. Juni um 22.00 Uhr.
Nach derzeitiger Rechtslage sind öffentliche Fernsehdarbietungen im Freien nach 22.00 Uhr wegen der Nachtruhe grundsätzlich nicht erlaubt. Damit größere Übertragungen trotzdem möglich sind, plant die Bundesregierung erneut eine befristete Verordnung zum Lärmschutz bei Public-Viewing-Veranstaltungen. Sie soll es den Kommunen ermöglichen, Ausnahmen zuzulassen. Der Entwurf wird derzeit im Bundesumweltministerium vorbereitet und muss noch von Bundesregierung und Bundesrat beschlossen werden.