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Sachsen-AnhaltLehrerverband kritisiert Praxislerntage als Mangelverwaltung

15.03.2026, 11:29 Uhr
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(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Ein Praxistag pro Woche für Schüler? Der Lehrerverband sieht darin mehr Schein als Sein – und warnt vor versteckten Problemen im Bildungssystem.

Magdeburg (dpa/sa) - Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Sachsen-Anhalt lehnt die Ausweitung des praxisorientierten Lernens ab. Man sehe darin eine Verschleierung der schlechten Unterrichtsversorgung in den Schulen, erklärte der Landesvorsitzende Torsten Wahl. "Bei einer Unterrichtsversorgung von lediglich 80 bis 85 Prozent fallen die fehlenden fünf Unterrichtsstunden formal kaum ins Gewicht - für die Qualität von Bildung jedoch sehr wohl."

Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) möchte die Schulausbildung in Sachsen-Anhalt neu ausrichten. In Sekundarschulen sollen die Schülerinnen und Schüler durch einen regelmäßigen Praxislerntag ab der 7. Klasse besser auf eine Ausbildung vorbereitet werden. Das sogenannte 4-plus-1-Modell wurde bereits erprobt.

Wie sollen Unternehmen das bewältigen?

Der VBE forderte die Landesregierung auf, von einer flächendeckenden Einführung des Modells abzusehen und stattdessen die Ursachen der mangelhaften Unterrichtsversorgung anzugehen. Nach Auffassung des Verbands ist zudem unklar, wie der unterrichtsfreie Tag inhaltlich gestaltet werden soll. In den Ausführungen des Ministerpräsidenten sei lediglich von Überlegungen die Rede, an diesem Tag Formen des praxisorientierten Lernens zu etablieren, hieß es.

"Angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Entwicklung, in der kleine Betriebe ebenso wie große Unternehmen um ihre Existenz kämpfen oder bereits Insolvenz anmelden mussten, ist dieser Wunsch größer als die Realität", sagte Wahl. "Wie sollen Unternehmen und Einrichtungen eine wöchentliche Schülerschwemme organisatorisch und personell überhaupt bewältigen?"

Quelle: dpa

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