Sachsen-AnhaltMinister sieht Spekulationen zu Gas-Versorgungslage kritisch

Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (SPD) hat zu einer besonnenen Betrachtung der Gasversorgung aufgerufen. Er rate von öffentlichen Spekulationen mit Blick auf die Versorgungslage ab, sagte Willingmann am Donnerstag. "In den vergangenen Wochen haben derlei panische Vorschläge und Szenarien vor allem die Gaspreise in die Höhe getrieben - zu unser aller Nachteil." Viel wichtiger sei es, die notwendigen Schritte zur weiteren Absicherung der Energieversorgung einzuleiten.
Die Wiederaufnahme der Gaslieferungen durch Nord Stream 1 bezeichnete Willingmann grundsätzlich als "gute Nachricht für die Energieversorgung in Deutschland und Europa". Allerdings könne Russlands Präsident Wladimir Putin die Belieferung mit Gas weiterhin als taktisches Mittel einsetzen. "Auch in Moskau ist die besondere Sensibilität der Deutschen in dieser Frage bekannt." Daher gelte es, "die Belieferungen mit Gas zu diversifizieren, zu stabilisieren und unsere Speicher zu füllen".
Nach zehntägigen Wartungsarbeiten waren die Gaslieferungen durch Nord Stream 1 am Donnerstagmorgen wieder gestartet worden. Allerdings wurden nur 40 Prozent der Transportkapazitäten genutzt.