Sachsen-AnhaltÖPNV-Warnstreik: Was Pendler in Sachsen-Anhalt wissen müssen

Der bundesweite Warnstreik im Nahverkehr bringt in Sachsen-Anhalt tagelang Ausfälle bei Bussen und Straßenbahnen. Worauf sich Fahrgäste jetzt einstellen müssen.
Magdeburg (dpa/sa) - Auf viele Fahrgäste in Sachsen-Anhalt kommen Ende der Woche massive Einschränkungen im Nahverkehr zu: Wegen eines bundesweiten Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi dürften Busse und Straßenbahnen vielerorts tageweise stillstehen. Die Beschäftigten der kommunalen Verkehrsbetriebe sind von Donnerstag bis Sonntag zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, wie Verdi mitteilte. Was bedeutet das konkret für Pendler, Eltern und Schüler in Sachsen-Anhalt?
Wann wird in Sachsen-Anhalt gestreikt?
In Magdeburg wird von Donnerstag bis einschließlich Samstag gestreikt, bei der Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis sogar von Donnerstag bis Sonntag. In Halle dauert der Ausstand von Freitag bis Sonntag, in Dessau von Freitag bis Samstag.
Fahren Busse und Straßenbahnen trotzdem?
Nicht überall wird der Verkehr komplett eingestellt. Teilweise sind Subunternehmen im Einsatz.
Fahren S-Bahnen und Züge?
Ja. Der Warnstreik richtet sich gegen kommunale Nahverkehrsunternehmen. Regionalzüge, S-Bahnen und der Fernverkehr der Deutschen Bahn sollen regulär verkehren.
Wie stark sind die Einschränkungen?
Nach Einschätzung der Gewerkschaft dürfte in vielen Städten ein Großteil der Fahrten ausfallen. Schon beim bundesweiten Warnstreik am 2. Februar kam der Nahverkehr in vielen Regionen zeitweise nahezu zum Erliegen.
In Magdeburg soll es nach Angaben der Verkehrsbetriebe von Donnerstag bis Samstag keinen regulären Verkehr geben. Geplant ist lediglich ein Notbetrieb am Donnerstag und Freitag etwa zwischen 6.00 und 20.00 Uhr mit Straßenbahnen der Linien 4 und 9 sowie Bussen der Linien 52 und 54 im 30-Minuten-Takt. Am Samstag fahren dort keine Busse und Straßenbahnen.
Was heißt das für Berufspendler?
Sie müssen sich um Alternativen kümmern und trotzdem pünktlich zur Arbeit erscheinen - etwa mit dem Auto, Fahrrad, in Fahrgemeinschaften oder - wenn möglich - im Homeoffice. Erfahrungsgemäß dürfte der Autoverkehr zunehmen.
Können Schülerinnen und Schüler zu Hause bleiben?
Nein. Die Schulpflicht gilt auch an Streiktagen. Eltern müssen den Weg zur Schule organisieren. Nur in begründeten Ausnahmefällen kann das Fehlen entschuldigt werden.
Warum wird gestreikt?
In den laufenden Tarifverhandlungen fordert Verdi vor allem Entlastungen bei den Arbeitszeiten, längere Ruhezeiten sowie bessere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Die Arbeitgeber verweisen auf bereits vereinbarte Entgelterhöhungen und sehen die finanziellen Spielräume ausgeschöpft.
Wie geht es weiter?
Die nächste Verhandlungsrunde für Sachsen-Anhalt ist für den 17. März geplant. Sollte es keine Einigung geben, sind weitere Warnstreiks möglich.
Wo gibt es aktuelle Infos zu Ausfällen?
Die Verkehrsbetriebe informieren kurzfristig über ihre Internetseiten und Apps, welche Linien tatsächlich fahren. Fahrgäste sollten sich dort vor Fahrtantritt informieren.