Sachsen-AnhaltSchulze: Zukunftszentrum bringt "riesengroße Möglichkeiten"

In Halle soll ein Ort entstehen, an dem Wandel aus Vergangenheit und Gegenwart abgebildet und dokumentiert werden soll. Wie Ministerpräsident Schulze auf das Millionenprojekt schaut.
Halle (dpa/sa) - Der Bau des bundesweiten Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation soll laut Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze trotz Verzögerungen in der Planung Ende 2031 fertig werden. "Ich habe eine Frist von fünf Jahren gesetzt und das sollte auch machbar sein", sagte der CDU-Politiker. "Wir werden hier richtig Gas geben in Sachsen-Anhalt. Wir kriegen das gemeinsam hin", zeigte er sich überzeugt.
Das Zentrum in Halle soll ein Ort für die Transformationserfahrungen der Menschen in mittel- und osteuropäischen Ländern seit 1989/1990 sein - sie dokumentieren, archivieren und in unterschiedlicher Art verarbeiten. Dabei sei es auch wichtig darzustellen, dass der Mauerfall neben großer Hoffnung für viele Menschen auch Enttäuschung und Arbeitslosigkeit bedeutet habe. "Auch gebrochene Biografien müssen abgebildet werden, Menschen, die sich dann aber rausgekämpft haben und in Sachsen-Anhalt erfolgreich geworden sind."
Dass das zum größten Teil vom Bund finanzierte Zentrum in die Saalestadt komme, sei ein "ambitioniertes Projekt" und am Ende eine Gemeinschaftsleistung gewesen, resümierte Schulze. Der Bau soll 277 Millionen Euro kosten. Das Team des Zentrums um Geschäftsführer Holger Lemme und Programmdirektorin Uta Bretschneider hat bereits seine Arbeit aufgenommen und plant erste Projekte und Veranstaltungen, die schon vor der Fertigstellung des Baus stattfinden sollen.
Ministerpräsident: Wichtig, positiv über Zentrum zu sprechen
Damit das Zentrum in der Nähe des Hauptbahnhofs von Halle entstehen kann, werden in den nächsten Jahren größere Baumaßnahmen nötig. Immer wieder gab es zu den Plänen auch Kritik, etwa aus der Bevölkerung Halles. "Menschen haben Fragen und das zurecht", reagierte Schulze bei einer Besichtigung des Baufeldes darauf.
Auch deshalb sei es wichtig, positiv über das Zentrum zu sprechen. "Es wird viele Menschen nach Halle und Sachsen-Anhalt locken, die Übernachtungszahlen werden dadurch steigen", sagte Schulze. Das Zentrum bringe "riesengroße Möglichkeiten, die wir ausschöpfen wollen", betonte der Ministerpräsident.