Sachsen-AnhaltVerein will mehr Rettungsschwimmer mit Migrationshintergrund

Im Heidebad in Halle wurden die Bedingungen für den Einlass verschärft, um sicherzustellen, dass alle die Baderegeln verstehen. Ein Verein hat nun einen Gegenvorschlag zur Lösung des Problems.
Halle (dpa/sa) - Nach Diskussionen um an die Sprachkenntnis geknüpfte Einlassregeln in einem Strandbad in Halle sammelt ein Verein nun Spenden für die Ausbildung von Rettungsschwimmern mit Migrationsgeschichte. Das Projekt sei auf drei Jahre ausgelegt und unter dem Motto "Nicht ausschließen. Befähigen" geplant, teilte die Hallesche Jugendwerkstatt mit. Neben der Ausbildung sollen auch Schwimmkurse für geflüchtete Frauen und Mädchen angeboten werden. Zuvor hatte der "Mitteldeutsche Rundfunk" berichtet.
Der Betreiber des Heidebads in Halle, Mathias Nobel, war bundesweit in Kritik geraten, als er öffentlich machte, in das Strandbad nur noch Menschen einlassen zu wollen, die ausreichend Deutsch sprechen, um die Haus- und Baderegeln zu verstehen. Unter anderem die Stadt Halle hatte daraufhin die Rücknahme dieser Entscheidung gefordert. Später einigte sich Nobel unter anderem mit Halles Oberbürgermeister Alexander Vogt (parteilos) darauf, dass in dem Bad mehrsprachige Hinweistafeln aufgestellt werden sollen.
Projekt soll "konkrete, nachhaltige Lösung" sein
Das Spendenziel für das Projekt der Halleschen Jugendwerkstatt beträgt den Angaben nach 144.000 Euro. Das Vorhaben sei eine "pragmatische Antwort auf die Debatte um das Heidebad und reale Bedarfe", hieß es. "Pauschale Ausschlüsse sind der falsche Weg - aber wir wollen auch nicht reale Probleme kleinreden", sagte der Sozialpädagoge bei der Halleschen Jugendwerkstatt, Abdulrahman Al Ibrahim. "Wir wollen aus einer aufgeladenen Debatte eine konkrete, nachhaltige Lösung machen."
Badbetreiber skeptisch
Strandbad-Betreiber Nobel begrüßte das Projekt. "Bei uns ist jeder Rettungsschwimmer - egal welcher Herkunft - willkommen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings zeigte er sich skeptisch, ob die Ausbildung der Menschen mit Migrationsgeschichte das von ihm angesprochene Problem wirklich lösen könne. "Es geht ja um Respekt und Akzeptanz der Baderegeln. Im Zweifel holen die neuen Rettungsschwimmer dann die gleichen Kinder aus dem Wasser wie wir jetzt schon", sagte er.