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Sachsen-AnhaltVerfassungsschutz warnt vor Rekordzahl an Extremisten

02.06.2026, 14:33 Uhr
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(Foto: Heiko Rebsch/dpa)

Vor allem die rechtsextremistische Szene in Sachsen-Anhalt wächst. Der Verfassungsschutz warnt vor einer zunehmenden Gefahr für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Magdeburg (dpa/sa) - Die Zahl der Extremisten in Sachsen-Anhalt ist auf ein neues Hoch gestiegen. Der Verfassungsschutz rechnete im vergangenen Jahr rund 7.310 Menschen verfassungsfeindlichen Bestrebungen zu. Das waren knapp 20 Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus dem in Magdeburg vorgestellten Verfassungsschutzbericht 2025 hervorgeht.

Als größte Herausforderung für die Demokratie bezeichnete Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) weiterhin den Rechtsextremismus. "Rund 70 Prozent des gesamten extremistischen Personenpotenzials in Sachsen-Anhalt entfallen auf den Rechtsextremismus - und die Tendenz ist steigend", sagte sie.

Deutlicher Anstieg bei Rechtsextremisten

Die Zahl der Rechtsextremisten stieg den Angaben zufolge binnen eines Jahres von rund 4.000 auf 5.100 Personen. Hauptgrund sei erneut das starke Wachstum des als gesichert rechtsextremistisch eingestuften AfD-Landesverbands Sachsen-Anhalt. Dessen Mitgliederzahl legte laut Verfassungsschutz von 2.580 auf rund 3.500 zu.

Zugleich beobachteten die Sicherheitsbehörden weitere Zuwächse bei gewaltbereiten rechtsextremistischen Jugendgruppen. Knapp 300 Personen werden Gruppen wie "Jung & Stark", "Deutsche Jugend Voran" oder "Deutsche Jugend Zuerst" zugerechnet. Die meisten von ihnen sind jünger als 21 Jahre, etwa ein Drittel ist minderjährig.

Zieschang verwies beispielhaft auf die im Harz aktive Gruppe "Harz Verteidigen", die regelmäßig in Halberstadt auftritt. Hinter ihrem nach außen harmlosen Auftreten stünden auch mehrere gewaltbereite Neonazis.

"Es ist alarmierend, dass die extremistischen Ränder der Gesellschaft wachsen und sich immer mehr Menschen Gruppen zuwenden, welche die Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit mit Füßen treten", sagte Zieschang.

Auch linksextremistische Szene wächst

Auch die linksextremistische Szene legte nach Angaben des Verfassungsschutzes zu. Ihr wurden 770 Personen zugerechnet, nach 680 im Vorjahr. Als Gründe nennt der Bericht unter anderem Rekrutierungserfolge vor dem Hintergrund des Erstarkens rechtsextremistischer Gruppen sowie die Konflikte im Nahen Osten.

Unverändert blieb dagegen das Personenpotenzial im Bereich Islamismus mit rund 400 Personen. Die Sicherheitsbehörden warnen jedoch weiterhin vor radikalisierten Einzeltätern. Verwiesen wird dabei auf einen 21 Jahre alten Tadschiken, der im Dezember 2025 in Magdeburg festgenommen wurde. Er soll Kontakt zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gehabt und Bereitschaft für einen dschihadistisch motivierten Anschlag signalisiert haben. Anfang Januar wurde er in sein Heimatland abgeschoben.

Warnung vor Desinformation vor Landtagswahl

Vor der Landtagswahl am 6. September erwartet der Verfassungsschutz eine Zunahme von Desinformationskampagnen. Zudem warnte Behördenchef Jochen Hollmann vor Cyberangriffen, Spionage und Sabotage durch ausländische Akteure.

Quelle: dpa

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