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Sachsen-AnhaltWarnstreik: Nahverkehr soll "weitgehend zum Erliegen kommen"

17.03.2026, 16:09 Uhr
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(Foto: Heiko Rebsch/dpa)

96 Stunden Stillstand: In Sachsen-Anhalt sollen ab Donnerstag für vier Tage vielerorts keine Bahnen und Busse fahren. Warum es laut Verdi so weit kommen muss.

Magdeburg/Halle (dpa/sa) - Die Menschen in weiten Teilen Sachsen-Anhalts müssen sich auf vier Tage Warnstreik im Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Verdi ruft bei den Verkehrsbetrieben in Magdeburg, Halle, Dessau und dem Burgenlandkreis zum Ausstand vom 19. bis 22. März auf, hieß es in einer Mitteilung. "Der kommunale Nahverkehr wird in diesem Zeitraum weitgehend zum Erliegen kommen."

Die betroffenen Verkehrsbetriebe reagierten überrascht auf die Ankündigung. Man wolle sich intern abstimmen und sich zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich äußern, hieß es etwa aus Halle und Dessau.

Die Gewerkschaft wirft den Arbeitgebern vor, in den laufenden Tarifverhandlungen ein nicht verhandlungsfähiges Papier vorgelegt zu haben. Verdi wertet dies als Provokation und erklärte die Gespräche für abgebrochen.

Verdi: Vorschlag der Arbeitgeberseite ist "Schlag ins Gesicht"

"Nach vier Monaten Verhandlung legen die Arbeitgeber ein Papier vor, das den Namen Angebot nicht verdient", erklärte Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt. "Das ist kein Schritt auf uns zu – das ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten."

Das Arbeitgeber-Angebot enthalte aus Gewerkschaftssicht marginale Verbesserungen bei einzelnen Zuschlägen und für Auszubildende. Dem gegenüber stünden massive Verschlechterungen. Genannt wurden etwa Angriffe auf bestehende Sicherheiten, etwa bei der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und dem Kündigungsschutz sowie fehlende Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitsbelastung. Die Arbeitgeberseite weigere sich, über zentrale Forderungen zu verhandeln.

Nicht der erste Warnstreik in Sachsen-Anhalt

In den letzten Wochen hatte es immer wieder Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr gegeben. Ende Februar standen Busse und Bahnen in Magdeburg, Halle und dem Burgenlandkreis still.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem die Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Als Alternative schlägt Verdi ein Wahlmodell vor, das freiwillig längere Arbeitszeiten gegen Geld, zusätzliche freie Tage oder Zeitgutschriften ermöglicht. Für die Arbeit in der Nacht und an den Wochenenden werden höhere Zuschläge verlangt.

Zudem pocht die Gewerkschaft auf verlässliche Ruhezeiten. Es müsse ununterbrochene Ruhezeiten ohne Ausnahmen geben, um Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten zu schützen. Ferner verlangt Verdi Verbesserungen für Auszubildende, etwa durch mehr Freistellungen für die Prüfungsvorbereitung und die Übernahme der Kosten für den Führerschein.

Quelle: dpa

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