Sachsen20 regionale Arbeitskämpfe in Sachsen im Jahr 2025

Sachsen hat laut einer Studie im Vorjahr 20 regionale Arbeitskämpfe erlebt. DGB-Chefin Kolbe fordert bessere Tarifverträge und sieht Handlungsbedarf bei Lohnunterschieden zwischen Ost und West.
Dresden (dpa/sn) - Mit der Bilanz der Arbeitskämpfe in Sachsen im vergangenen Jahr ist der Deutsche Gewerkschaftsbund zufrieden. Die Untersuchung wird vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) erstellt und weist für den Freistaat im vergangenen Jahr 20 regionale Arbeitskämpfe aus. Sachsen liege damit hinter Nordrhein-Westfalen (27), Berlin (26) und Baden-Württemberg (21) auf dem vierten Platz, hob die sächsische DGB-Chefin Daniela Kolbe hervor.
DGB-Chefin: Höhere Löhne fallen nicht vom Himmel
"Höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen fallen nicht vom Himmel, sondern müssen von den Beschäftigten und Gewerkschaften erkämpft werden. Wenn Arbeitgeber keine ordentlichen Angebote vorlegen oder sich Verhandlungen verweigern, sind Arbeitskämpfe notwendig", sagte Kolbe. Angesichts der fortschreitenden Teuerung in vielen Lebensbereichen in den vergangenen Jahren seien gute Tarifabschlüsse existenziell für die Beschäftigten.
Geringe Tarifbindung und Ost-West-Lohnlücke Grund für Streiklust
"Sie waren nicht mehr bereit zurückzustecken und die Verweigerungshaltung von Arbeitgebern hinzunehmen." Kolbe führt das auf die geringe Tarifbindung zurück. Wo es Flächentarifverträge gebe, seien weniger regionale Auseinandersetzungen notwendig. Ein weiterer Grund sei die noch immer fehlende Ost-West-Angleichung.
DGB will Tarifverträge und gute Löhne als Normalität
"Die Lohnunterschiede zwischen Ost und West stören zu Recht das Gerechtigkeitsempfinden der Beschäftigten und wirken mobilisierend. Das Ziel, die Lohnmauer einzureißen, hat in den letzten Jahren zu zahlreichen erfolgreichen Arbeitskämpfen beispielsweise in Branchen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten geführt", so Kolbe. Auch in Sachsen müssten Tarifverträge und gute Löhne endlich zur Normalität werden.
Arbeitgebern wird mit Blick auf Demografie Weitsicht empfohlen
"Den Arbeitgebern empfehle ich mit Blick auf die demografische Entwicklung mehr Weitsicht. Über Fachkräftemangel jammern und gleichzeitig die Beschäftigten mit niedrigen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen abzuspeisen, ist keine in die Zukunft gerichtete Personalpolitik", erklärte Kolbe.