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Sachsen Angriff auf Grünen-Stand: Politikerin leicht verletzt

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

(Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild)

In den vergangenen Wochen sorgten Wahlplakate einer rechtsextremen Kleinstpartei mit dem Slogan "Hängt die Grünen" für Ärger. Am Samstag gibt es einen Angriff auf die Grünen in Sachsen - dieses Mal mit einer Verletzten.

Plauen (dpa/sn) - Einen Tag vor der Bundestagswahl ist ein Wahlkampfstand der Grünen in Plauen (Vogtlandkreis) attackiert worden. Ein 50-jähriger Mann bewarf den Stand auf dem Theaterplatz mit Eiern und verletzte dabei eine Politikerin leicht, wie die Polizei mitteilte. Die 19-Jährige trug demnach einen Bluterguss davon, benötigte aber keinen Arzt. Eine Sprecherin des Grünen-Landesverbands bestätigte, dass es sich um die Kreisvorsitzende Lea Sophie Gauglitz handelt.

Der Täter versuchte, einen Politiker zu treten und stürzte dabei. Nach Angaben der Grünen wurde er vom Direktkandidaten Olaf Horlbeck überwältigt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Die Beamten nahmen den Mann vorläufig in Gewahrsam, um weitere Straftaten zu verhindern. Ein Atemalkoholtest ergab den Angaben nach bei ihm einen Wert von fast 0,8 Promille. Das Dezernat der Staatsschutz der Zwickauer Kriminalpolizei ermittelt.

Der Grünen-Landesverband schrieb beim Kurznachrichtendienst Twitter, dass die Partei schockiert über den Angriff auf die Kreisvorsitzende sei.

Die Landesverbandsvorsitzende Christin Furtenbacher sagte demnach, dass die Grünen in diesem Wahlkampf sehr viele harte Angriffe bis hin zu Mordaufrufen erduldet hätten. "Der Überfall in Plauen zeigt leider nur zu deutlich, wie schnell aus Worten Taten werden können. Wir Grüne stehen weiter für eine offene und demokratische Gesellschaft ein und lassen uns nicht einschüchtern."

Nach Angaben der Landesverbands-Sprecherin war es der erste tätliche Übergriff dieser Art auf einen Grünen-Stand in diesem Wahlkampf. Allerdings seien bereits Helfer beim Aufhängen von Wahlplakaten nachts bedrängt worden. Zudem seien Politiker an Wahlkampfständen rechtsextremistisch beleidigt worden.

Die Co-Vorsitzende des Kreisverbandes, Ulrike Liebscher, sagte am Samstagnachmittag, dass der Mann die Grünen am Wahlstand als "Landesverräter" beschimpft habe. Er sei sofort aggressiv auf die Vorsitzende Gauglitz zugestürmt. "Die Aggressivität in diesem Wahlkampf hat eine neue Qualität erreicht. Unsere Grüne Jugend musste sich schon häufiger Ohrfeigen androhen lassen."

In den vergangenen Wochen waren zudem Wahlplakate der rechtsextremen Splitterpartei Der Dritte Weg mit dem Slogan "Hängt die Grünen" in mehreren Städten, darunter auch in Plauen, aufgetaucht. Das sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) Bautzen hatte Anfang dieser Woche geurteilt, dass die Plakate abgehängt werden müssen. Es stufte sie als Volksverhetzung ein. Das OVG gab damit der Stadt Zwickau recht, die mit einer Verfügung gegen die Plakate vorgegangen war (Az.: 6 B 360/21).

© dpa-infocom, dpa:210925-99-356508/3

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