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SachsenBündnis "Dresden Wi(e)dersetzen": Kein Platz für Neonazis

09.02.2026, 14:25 Uhr
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Zum Gedenken an die Kriegszerstörung von Dresden im Februar 1945 marschieren jedes Jahr Rechtsextreme auf. Ein Bündnis stellt sich quer und setzt auf möglichst großen Beistand aus der Bevölkerung.

Dresden (dpa/sn) - Das Bündnis "Dresden Wi(e)dersetzen" hat zum Widerstand gegen einen geplanten Aufmarsch von Neonazis beim Gedenken an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg aufgerufen. Man habe überregional für das Anliegen mobil gemacht und rechne mit mehreren Tausend Teilnehmern aus ganz Deutschland, teilte die Initiative in Dresden mit. Man hoffe, dass sich auch breite Teil der Bevölkerung an dem Protest beteiligen. Das Bündnis wird unter anderem von Gewerkschaften, Jugendorganisationen verschiedener Parteien und den Studentenräten mehrerer Hochschulen unterstützt.

Jahrestag der Zerstörung wird von Neonazis instrumentalisiert

Dresden war am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach bei Angriffen britischer und amerikanische Bomber in Schutt und Asche gelegt worden. Nach Zahlen einer Historikerkommission kamen bis zu 25.000 Menschen ums Leben. Die Luftangriffe werden regelmäßig von Rechtsextremen instrumentalisiert, um die Kriegsschuld Deutschlands zu relativieren. In diesem Jahr haben sie für kommenden Samstag zu einem "Trauermarsch" aufgerufen und dafür 1.000 Teilnehmer angemeldet. 2025 waren mehr als die doppelt so viele gekommen.

"Geschichtsrevisionistisches Opfergehabe"

"An dem Tag müssen wir geschlossen auf die Straße, um das geschichtsrevisionistische Opfergehabe zu verderben. Wo viele von uns sind, ist kein Platz für Neonazis", erklärte Matthias Lüth, einer der Sprecher vom Bündnis "Dresden Wi(e)dersetzen".

Die Stadt Dresden hatte früher wiederholt versucht, die Aufmärsche der Rechten mit Verweis auf eine Gefährdung von Ordnung und Sicherheit zu untersagen. Sie war aber bei Verwaltungsgerichten gescheitert, weil Richter die Versammlungsfreiheit geltend machten.

Bündnis: Neonazi sollten auf der Galopprennbahn im Kreis laufen

Lüth äußerte Unverständnis, dass die Rechtsextremen immer wieder mitten durch die Innenstadt ziehen dürfen. Die Stadt habe die Möglichkeit, auf die Marschstrecke Einfluss zu nehmen. Zudem sollte die Stadt stärker auf die Einhaltung von Auflagen achten und bei Verstößen die Neonazis gar nicht erst loslaufen lassen.

Quelle: dpa

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