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SachsenBundeswehrschau auf Festung Königstein

05.06.2020, 11:20 Uhr
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(Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa)

Die Festung Königstein zählt zu Sachsens Touristenmagneten. Ihre militärische Vergangenheit macht sie für das Museum der Bundeswehr zum idealen Platz für eine Kulturgeschichte.

Königstein (dpa/sn) - Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden (MHMBW) ist nun auch auf der Festung Königstein in der Sächsischen Schweiz dauerhaft präsent. Mit der Ausstellung "Faszination Festung" öffnet es an diesem Samstag seine zweite Außenstelle neben dem Flugplatz Berlin-Gatow. Künftig zeichnen auf dem Felsplateau des Elbsandsteingebirges jeweils von Mai bis Oktober rund 200 Bilder und Objekte die Kulturgeschichte befestigter Orte nach. Im Mittelpunkt stehen historische und moderne Angriffs- und Verteidigungswaffen.

MHMBW-Direktor Oberst Armin Wagner sprach am Freitag von einem der wichtigsten Projekte der vergangenen Jahre. Die Schau schließe an die Präsentation im Dresdner Haupthaus an, "hier wie dort steht der Mensch im Mittelpunkt". Sie zeuge bis in die Gegenwart hinein von der Erfindungsgabe des Menschen zugunsten seines Schutzes und zugleich vom zerstörerischen Potenzial, solche Schutzmaßnahmen auszuhebeln.

"Die Festung Königstein ist ein historischer Ort sächsischer Geschichte und in weitestem Sinne ein sicherer Ort", sagte Wagner. Im Neuen Zeughaus biete sich auch "die Möglichkeit zur kritischen Reflexion der gesellschaftspolitischen Debatte um Sicherheit, Schutz und Verteidigung". Der Rundgang führt durch zwölf Kabinette. "Dabei wird auch die Frage gestellt, was Sicherheit ist, wie der Mensch versucht, sichere Plätze zu schaffen und Mittel und ersann, solche Orte einzunehmen", erklärte Kurator Thoralf Rauchfuß.

Der Bogen spannt sich von der Frühzeit bis in die Gegenwart und darüber hinaus bis zu Utopien wie einer T800-Figur aus den US-"Terminator"-Filmen. Ältestes Exponat ist der Kopf einer prähistorischen Scheibenkeule, einem der ersten Gegenstände, die ausschließlich als Waffe gegen Menschen eingesetzt wurden. Zudem gibt es historische Geschütze oder ein Gasjäckchen für Kleinkinder von 1940. Zu den Großobjekten gehören die zum Training eingesetzte Außenhülle einer Wasserstoffbombe mit fast 700-facher Hiroshima-Wirkung oder ein Kanonenmodell des stationären Luft-Nahbereich-Flugabwehrsystems Mantis der Bundeswehr.

Der 1241 erstmals urkundlich erwähnte "lapide regis" zählt zu Sachsens beliebtesten Ausflugszielen. Die mittelalterliche böhmische Königsburg war später Kloster, Landesfestung, höfischer Festort, Kunstdepot und Gefängnis - und ist seit 1955 Museum.

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