SachsenEichenprozessionsspinner breitet sich in Sachsen aus

Erste Kommunen haben Warnungen vor dem Eichenprozessionsspinner herausgegeben. Wo der Falter vorkommt - und warum er nicht nur für Bäume ein Problem ist.
Leipzig (dpa/sn) - Der Eichenprozessionsspinner breitet sich nach Einschätzung von Fachleuten in Sachsen aus. Der Falter kann nicht nur ganze Bäume kahlfressen, sondern von seinen Raupen geht auch eine Gefahr für Menschen aus. Wo kommt die Art bislang hauptsächlich vor und welche Verhaltensweisen sollte man beachten?
Vorkommen in Nordsachsen und im Elbtal
Nach Angaben des Staatsbetriebes Sachsenforst gibt es bislang zwei Schwerpunktgebiete: den Landkreis Nordsachsen und das Elbtal. In Nordsachsen habe sich der Falter vermutlich aus Sachsen-Anhalt und Brandenburg kommend ausgebreitet, im Dresdner Umland wird eine Einschleppung vermutet. Kommunen wie Taucha und Eilenburg haben unlängst Warnungen zum Eichenprozessionsspinner herausgeben.
Ausbreitung in Sachsen?
Laut der Waldzustandserhebung hat sich das Problem im Freistaat zuletzt vergrößert. "In den vergangenen Jahren war eher eine Ausbreitung beziehungsweise Verstärkung der Intensität zu beobachten", teilte ein Sachsenforst-Sprecher mit. Der Klimawandel mit längeren trockenen und warmen Phasen im Frühjahr und Sommer kommt dem Insekt entgegen.
Wie schädigt der Eichenprozessionsspinner Bäume?
Im Nachbarland Sachsen-Anhalt hat der Nachtfalter in den zurückliegenden Jahren Tausende Eichen komplett kahlgefressen. Voriges Jahr sei der sogenannte Kahlfraß auch an einigen Stellen in Nordsachsen registriert worden. Bisher sind die Schäden für den Wald nach Einschätzung von Sachsenforst unbedenklich. Daher werde das Tier im Landeswald höchstens "punktuell" bekämpft.
"Erst mehrfacher Kahlfraß der Blätter vorher vitaler Eichen in Verbindung mit anderen Schädlingen oder Witterungsextremen wie Spätfrost oder Trockenheit können zum Absterben von Bäumen führen. Bereits deutlich vorgeschädigte Bäume können in Folge von Kahlfraß in erhöhtem Umfang absterben", hieß es.
Was ist das Problem für Menschen?
Die Raupen der Schmetterlings-Art besitzen ab dem dritten Larvenstadium giftige Brennhaare, die bei Hautkontakt oder durch Einatmen zu allergischen Reaktionen wie Juckreiz, Ausschlag, Augenreizungen oder Atemnot führen können. Die bis zu drei Zentimeter langen Raupen sind braun-gelb oder grau-schwarz. Ihre Nester sind runde Gespinste, die die Größe eines Fußballs erreichen können.
Wie soll man sich verhalten?
Generell sollten Menschen Bereiche meiden, in denen der Eichenprozessionsspinner vorkommt. "Seien Sie in den Befallsregionen aufmerksam und halten weiten Abstand von Bäumen, an denen Gespinste anhaften", rät Sachsenforst.
Wer dennoch in Kontakt mit den Brennhaaren komme, sollte umgehend die Kleidung wechseln und gründlich duschen. Die Sachen sollten dann mit mindestens 60 Grad gewaschen werden. Treten gesundheitliche Beschwerden auf, sollte man zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen.