SachsenKampagne über Gefahren von Alkoholkonsum für Schwangere

20 Prozent der Schwangeren konsumieren laut Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen Alkohol. Schon geringe Mengen können irreversible Schäden verursachen. Eine Kampagne in Sachsen warnt.
Dresden (dpa/sn) - Mit einer Kampagne informiert Sachsens Sozialministerium über Gefahren von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Ab Montag werden dazu über die Social-Media-Kanäle des Ressorts Beiträge gesendet, teilte das Ministerium mit. Motto der Aktion: "100 Prozent Liebe - 0 Prozent Alkohol". Auf CityCards, Bäckertüten, Untersetzern, Stickern und mit einem Aufklärungsclip soll die Botschaft im öffentlichen Raum verstärkt werden. Die Kampagne läuft bis 9. September.
Entwicklung des Ungeborenen kann erheblich beeinträchtigt werden
Dabei geht es vor allem um die sogenannten Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) - eine Gruppe von Erkrankungen, die durch den Konsum von Alkohol während der Schwangerschaft verursacht werden und die Entwicklung des Ungeborenen erheblich beeinträchtigen können. "Alkohol in der Schwangerschaft kann bitter enden. Im schlimmsten Fall kommt das Kind mit FASD zur Welt und ist ein Leben lang auf Unterstützung angewiesen", erklärte die auch für Gesundheit zuständige Sozialministerin Petra Köpping (SPD).
Alkoholbedingte Entwicklungsstörungen komplett vermeidbar
Dabei sei FASD zu 100 Prozent vermeidbar, so Köpping. "Man sagt immer, dass es ein Dorf braucht, um ein Kind großzuziehen, und das trifft voll und ganz zu - auch für die Zeit bis zur Geburt. Die Verantwortung für eine gesunde Schwangerschaft und ein gesundes Kind trägt nicht allein die werdende Mutter, sondern tragen beide zukünftigen Elternteile, Freundinnen und Freunde, Verwandte, Kolleginnen und Kollegen und vor allem wir als Gesellschaft insgesamt."
Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen trinkt jede fünfte Frau auch während der Schwangerschaft Alkohol. Obwohl das Wissen um die Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft inzwischen groß sei, würden Schwangere noch immer Sprüche hören wie "Ist doch nur zum Anstoßen", "Ein Glas schadet nicht" oder "Gegen Ende darf man hin und wieder auch was trinken." Dabei könnten auch geringe Mengen Alkohol egal in welcher Phase zu irreversiblen Schäden führen.
Jedes Jahr sind in Deutschland 10.000 Neugeborene betroffen
Laut Statistik werden jedes Jahr in Deutschland rund 10.000 Kinder mit FASD geboren. Zugleich sei die Dunkelziffer vermutlich deutlich höher, da Diagnosen oft nicht oder erst spät gestellt werden. FASD sei unabhängig von sozialer Schicht und Bildungsniveau und durch eine Vielzahl an Symptomen gekennzeichnet - etwa Fehlbildungen, Wachstumsverzögerungen, organische Erkrankungen, Entwicklungsstörungen und Lernschwierigkeiten bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten. FASD sei nicht heilbar und beeinträchtige Betroffene ihr ganzes Leben lang.