SachsenKriminalitätsrate in Sachsen leicht gesunken

In Sachsen sind 2025 weniger Straftaten registriert worden als im Vorjahr. Besonders deutlich ist der Rückgang bei Diebstählen aus Autos und bei Rauschgiftdelikten.
Dresden (dpa/sn) - Sachsen ist nach Einschätzung von Innenminister Armin Schuster (CDU) ein "gutes Stück sicherer" geworden. Die Zahl der Straftaten sei 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent zurückgegangen, erläuterte der Minister bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik. 2025 habe es 6.656 Straftaten pro 100.000 Einwohner gegeben, 2024 habe diese Zahl noch bei 7.349 gelegen. Die Aufklärungsquote ging allerdings auch etwas zurück - von 60,5 Prozent auf 59,1 Prozent.
Schwerpunkte Betrug im Internet und Gewalt bei Jugendlichen
Die größten Rückgänge gab es beim Diebstahl in und aus Kraftfahrzeugen mit einem Minus von 19,8 Prozent, bei der Straßenkriminalität mit einem Rückgang von 12,3 Prozent und bei Rauschgiftdelikten mit einem Minus von 25,9 Prozent. Fälle von Cyberkriminalität stiegen um 10,7 Prozent auf 4.410 an. Schwerpunkte blieben Betrug im Internet, Gewaltkriminalität bei Kindern und Jugendlichen, Kriminalität bei Zuwanderern und die politisch motivierte Kriminalität, sagte Schuster.
Immer mehr Betrugsfälle via Internet
Dirk Lichtenberger, Präsident des Landeskriminalamtes, verwies auf Veränderungen der polizeilichen Arbeit bei Betrugsdelikten. Denn nicht selten liege der Tatort im Ausland, der Schaden entstehe aber Menschen in Sachsen. Solche Delikte würden häufig im Internet verübt - laut Statistik hat sich die Zahl des Anlagenbetrugs nahezu vervierfacht. Betrugstaten, bei denen illegal auf Zahlungskarten zugegriffen wurde, stiegen um 50 Prozent. Vor allem aber nahmen die Schäden erheblich zu. Haupttreiber sei der Anlagebetrug, hieß es.
Zunehmende Gewaltkriminalität
Die Fälle von Gewaltkriminalität stiegen binnen Jahresfrist von 9.703 auf 10.090. Zumeist handelte es sich dabei um gefährliche und schwere Körperverletzungen (7.520). Dazu kamen im vergangenen Jahr 1.978 Raubdelikte, 508 Vergewaltigungen und 72 Fälle von Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen. In 24 Fällen kamen die Opfer ums Leben, in den anderen blieb es beim Versuch. Der Anteil tatverdächtiger Kinder und Jugendlicher an der Gewaltkriminalität stieg seit dem Jahr 2016 von 13 auf 24 Prozent an.
Rund 16.100 Straftaten von Zuwanderern
16.095 Straftaten wurden im vergangenen Jahr von Zuwanderern verübt (2024: 16.309). Darin sind ausländerrechtliche Verstöße nicht enthalten. In vielen Fällen handelte es sich dabei um Diebstähle (4.603). Dahinter rangierten Körperverletzungen (2.983) sowie Schwarzfahren (1.071), dieses Delikt heißt im Fachjargon "Erschleichung von Beförderungsleistungen". In 18 Fällen ging es um Straftaten gegen das Leben, also um Mord, Totschlag oder den Versuch dazu. 8.608 Taten wurden von sogenannten Mehrfach- und Intensivtätern verübt.
Politisch motivierte Kriminalität trotz Rückgangs ein Schwerpunkt
Politisch motivierte Kriminalität bleibt trotz eines Rückgangs einer der Schwerpunkte, sagte Schuster. Die Zahl der Taten sank aber und zwar von 8.009 auf 5.536. Der Minister begründete das vor allem damit, dass es 2025 keine Wahlen im Freistaat gab.
1.244 Fälle wurden im vergangenen Jahr Tätern aus dem linken Spektrum zugerechnet, nach 1.395 Fällen in 2024. Deutlich höher lagen die Zahlen im rechtsextremen Bereich, auch sie gingen aber von 4.216 auf 3.406 zurück. 140 Fälle im linken und 84 Fälle im rechten Bereich wurden als Gewaltkriminalität eingestuft.