SachsenMehr Unfälle mit Verletzten durch Alkohol und Drogen

Bei mehr Verkehrsunfällen mit Verletzten sind die Fahrer berauscht. Die Inspekteurin der Polizei mahnt besonders Cannabis-Konsumenten zur Vorsicht.
Dresden (dpa/sn) - Bei Verkehrsunfällen unter Einwirkung von Drogen und Alkohol sind im vergangenen Jahr in Sachsen häufiger Menschen zu Schaden gekommen als im Vorjahr. Die Zahl der entsprechenden Unfälle lag bei zusammengerechnet 942, wie aus der Verkehrsunfallstatistik 2025 der sächsischen Polizei hervorgeht. Das waren knapp sechs Prozent mehr als im Vorjahr.
Bei den Alkoholunfällen mit Toten und Verletzten gab es einen Anstieg um 6,2 Prozent auf 784. Sechs Menschen starben, das war einer mehr als 2024. Die Anzahl der Schwerverletzten sank um 7,6 Prozent auf 244 Personen. Es verletzten sich mit 656 Menschen jedoch gut 11 Prozent mehr als zuvor leicht.
Bei 158 Unfällen unter Drogeneinfluss wurden Menschen verletzt, das waren sechs Unfälle mehr als im Vorjahr. Dabei starb ein Mensch, nachdem es 2024 in diesem Zusammenhang keine Getöteten gegeben hatte. 55 Menschen verletzten sich schwer, 157 leicht.
Höchststand bei Unfällen unter Drogeneinfluss
Die Gesamtanzahl der Unfälle unter Drogeneinfluss mit und ohne Personenschaden erreichte mit 411 einen neuen Höchststand - ein Anstieg um 9 Prozent im Vergleich zu 2024. Bei knapp der Hälfte wurde beim Fahrer THC festgestellt. Gleichzeitig blieb die Anzahl der Alkoholunfälle mit insgesamt 1.663 auf dem Niveau von 2024. Sowohl bei Alkohol als auch bei Drogen waren die Unfallverursacher zu rund 90 Prozent Männer.
Der Trend steigender Verkehrsunfälle unter dem Einfluss berauschender Substanzen setze sich fort, sagte die Inspekteurin der Polizei, Sonja Penzel. "Seit der Cannabislegalisierung im April 2024 und der Anhebung des Grenzwertes auf 3,5 ng/ml Blutserum im August 2025 ist die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer wichtiger denn je."
Anders als bei Alkohol wüsste der Konsument nicht, wie viel THC in den Produkten enthalten sei, sagte Penzel. "Deswegen kann er auch nicht berechnen, wie viel THC er dann im Körper hat." Laut Expertenempfehlung solle man 24 Stunden nach dem Konsum auf das Fahren verzichten.
Weniger Schwerverletzte bei Unfällen
Insgesamt nahm die Polizei im vergangenen Jahr 98.154 Verkehrsunfälle auf. Das entsprach bei einem minimalen Rückgang um 0,6 Prozent zu dem Niveau von 2024. Es verletzten sich dabei mit 3.044 deutlich weniger Menschen schwer (-8 Prozent).
143 Menschen starben, das war ein Toter weniger als im Vorjahr. Die häufigsten Ursachen für Unfälle mit Personenschaden waren erneut zu schnelles Fahren (11,5 Prozent), Vorfahrtsverletzungen (10,3 Prozent) und ungenügender Sicherheitsabstand (9,5 Prozent).