SachsenNach Amokfahrt: Verletzter in Leipzig weiter in Behandlung

Ein Patient wird nach der Amokfahrt noch behandelt - sein Zustand ist stabil. Klinikchef Josten schildert, wie das Universitätsklinikum auf die Lage reagierte und was möglich gewesen wäre.
Leipzig (dpa/sn) - Nach der Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt wird im Universitätsklinikum Leipzig ein verletzter Patient weiter behandelt. "Es geht ihm gut, den Umständen entsprechend", sagte der Medizinische Vorstand des Klinikums, Christoph Josten. Ob eine Operation notwendig sei, "entscheidet sich in den nächsten Tagen".
Schnelle Abläufe in der Notaufnahme
Nach Bekanntwerden der Tat habe das Klinikum umgehend reagiert. "Wir haben eingespielte Abläufe, wo dann eine Informationskette in Gang gesetzt wird", sagte Josten. Mitarbeitende wüssten dadurch genau, wo sie gebraucht würden. In der zentralen Notaufnahme seien Teams aus Pflegekräften, Chirurgen und Anästhesisten gebildet worden. "Das war perfekt aufgestellt."
Wie viele Verletzte zu erwarten seien, lasse sich zu Beginn oft nicht abschätzen. "Die Schadenslage lässt sich auch nicht innerhalb von fünf Minuten festlegen", sagte Josten. Deshalb entscheide die Leitstelle über die Verteilung der Patienten je nach Schwere der Verletzungen.
Große Einsatzbereitschaft der Mitarbeitenden
Der Klinikchef hob die Einsatzbereitschaft der Beschäftigten hervor. "Das Erstaunliche und Fantastische ist, mit welcher Einsatzbereitschaft und Spontanität alle Mitarbeiter zur Verfügung stehen." Es habe auch Anrufe gegeben, ob Mitarbeitende von zu Hause kommen sollten.
Grundsätzlich sei das Klinikum auf eine größere Zahl Schwerverletzter vorbereitet gewesen. Laut Josten hätte man vier bis sechs Schwerverletzte unmittelbar behandeln können.
Hoher Standard in Deutschland
Nach seiner Einschätzung ist die Versorgung solcher Lagen in Deutschland insgesamt gut organisiert. "Ich glaube, dass wir bundesweit einen sehr hohen einheitlichen Standard haben für die Versorgung von derartigen Verletzten."