SachsenRund 17.000 Gäste besuchen "Theater der Welt" in Chemnitz

Das Festival "Theater der Welt" hat Chemnitz 18 Tage lang zum Hotspot internationaler Theaterkunst gemacht. Zu erleben waren eindrucksvolle Produktionen, die nachhaltig in Erinnerung bleiben.
Chemnitz (dpa/sn) - Mit mehr als 30 internationalen Produktionen hat das Festival "Theater der Welt" rund 17.000 Besucherinnen und Besucher in Chemnitz in seinen Bann gezogen.
Der große Publikumszuspruch sei für ihn keine Überraschung gewesen, Chemnitz habe sich schon als Kulturhauptstadt Europas 2025 als weltoffene Stadt gezeigt, erklärte Stefan Schmidtke, einer der drei Festival-Intendanten. Zum Ausklang war am Sonntagabend eine Party im Festivalzentrum am Spinnbau geplant, die bis in die frühen Morgenstunden dauern sollte.
Die meisten Vorstellungen seien ausverkauft gewesen. Die Festivalmacher bezifferten die Auslastung auf 91,8 Prozent. Etwa ein Drittel des Publikums sei von außerhalb angereist.
Das Programm für die diesjährige Ausgabe war von neun Kuratoren und Kuratorinnen aus verschiedenen Ländern zusammengestellt worden. Geboten wurde ein breites Spektrum von Pop-Oper über Schauspiel und Figurentheater bis zu Performances. Dabei sollte vor allem indigenen Stimmen und Perspektiven eine Bühne geboten werden.
Von schriller Pop-Oper bis beklemmender Dystopie in Virtual Reality
Zum Auftakt am 18. Juni war mit "Split Tooth: Saputjiji" der kanadischen Sängerin und Autorin Tanya Tagaq Kehlkopfgesang und Tanz aus der Kultur der Inuit zu erleben.
Einige Tage später wurde das Opernhaus Schauplatz einer schrillen Pop-Oper. Sie war dem südafrikanischen Anti-Apartheid-Aktivisten und Posterboy der queeren Community, Simon Nkoli, gewidmet. Das Publikum zeigte sich begeistert und feierte die Produktion mit stehendem Beifall. Im Stück "Blur" tauchten Besucher mittels VR-Brille in eine beklemmende Dystopie ein.
"Theater der Welt" gilt als eines der wichtigsten internationalen Theaterfestivals in Deutschland. Es findet alle drei Jahre statt.