SachsenLinke mahnt lückenlose Erfassung von Polizei- Munition an

Nach mehreren Buchungsdifferenzen bei der Polizei-Munition fordert die Linke eine lückenlose Erfassung. Ein Magazinverlust blieb sogar unbemerkt.
Dresden (dpa/sn) - Die sächsische Polizei hat nach Ansicht der Linken noch immer ein Problem bei der Kontrolle über ihre Munition. Nach Auswertung einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage im Landtag sprach Linke-Innenexperte Rico Gebhardt davon, es gebe weitere Ungereimtheiten bei der ordnungsgemäßen Bestandsführung.
Das Ministerium hatte zunächst eingeräumt, dass im polizeilichen Nachweissystem 572 Patronen desselben Kalibers als Fehlbestand gebucht waren. Später war in einer Berichtigung von Buchungsdifferenzen die Rede - dem Fehlbestand an Einsatzmunition stand ein Überbestand an Trainingsmunition gegenüber.
Ministerium schließt unbefugte Entnahme von Munition aus
"Weiterhin wurde ein Fehlbestand von 32 Stück Trainingsmunition festgestellt, der auf eine Entnahme des Munitionsherstellers zu qualitativen Testzwecken zurückzuführen ist", hieß es vom Ministerium weiter. "Unbefugte Entnahmen von Munition konnten somit ausgeschlossen und die vorerst unzureichenden Verwendungsnachweise durch nachvollziehbare Angaben ergänzt werden."
Volles Gewehrmagazin geht verloren
Die Linken verwiesen auf einen weiteren Vorfall. Ende 2025 sei bei Hainichen zufällig ein gefülltes Gewehrmagazin gefunden worden, das rund zwei Wochen zuvor eine Einheit der Bereitschaftspolizei verloren hatte. Offenbar habe auch in diesem Fall der Überblick über den eigenen Bestand gefehlt. "Selbst fiel der Polizei gar nicht auf, dass ihr ein komplettes Magazin mit scharfer Munition fehlt", kritisierten die Linken.
Unklarheiten über den Munitionsbestand gab es schon früher. Nach einer Inventur teilte die Polizei im April 2025 mit, im Ergebnis der Ermittlungen habe man eine Buchungsdifferenz von 60.052 Stück Munition festgestellt, die "korrekt beschafft und physisch im Bestand der Polizei vorweisbar" waren, aber nicht im elektronischen Nachweissystem erfasst. Der vermeintliche Fehlbestand sei nur ein Fehler in der Dokumentation.