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SachsenStudie aus Leipzig misst Reifenabrieb in der Atemluft

06.03.2026, 12:47 Uhr
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Wer sich in einer Stadt wie Leipzig bewegt, atmet Reifenabrieb über die Luft ein. Wie groß die Gesundheitsgefahren durch Plastikverschmutzung sind, untersuchen Forscher jetzt.

Leipzig (dpa/sn) - Feinste Plastikpartikel aus dem Abrieb von Autoreifen belasten die Luft und werden von Menschen eingeatmet. Eine Studie aus Leipzig kommt zu dem Ergebnis, dass die Bewohner der Großstadt hochgerechnet ungefähr 2,1 Mikrogramm Plastik pro Tag über die Luft einatmen. Das erhöhe das Sterberisiko durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs um etwa ein Zehntel, teilten die Forscher mit.

Großteil der Plastikverschmutzung stammt aus Reifenabrieb

Die Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg saugten an einer stark befahrenen Ausfallstraße in Leipzig zwei Wochen lang Luft durch Filter an. Die Filter wurden alle 24 Stunden gewechselt und später im Labor mit Pyrolyse-Gaschromatographie und Massenspektroskopie analysiert.

Die chemischen Analysen böten einen ersten Einblick in die Belastung der Atemluft mit Nano- und Mikroplastik in einer Stadt wie Leipzig, teilte das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung mit. Als Nanoplastik werden alle Plastikpartikel kleiner als 1 Mikrometer bezeichnet, als Mikroplastik alle zwischen einem Mikrometer und einem Millimeter. Die Plastikverschmutzung der Luft gehe zu rund zwei Dritteln auf Reifenabrieb zurück.

Weitere Langzeitstudien nötig

Die Studie beantworte allerdings noch nicht die Frage, wie stark die Konzentrationen in der Luft sich zu verschiedenen Tageszeiten und an verschiedenen Orten in der Stadt unterscheiden. Auch jahreszeitliche Schwankungen konnten nicht erfasst werden. Die Forscher planen in einem Folgeprojekt, Proben über den Zeitraum eines Jahres zu nehmen.

Die Ergebnisse aus Leipzig zeigten, wie wichtig es ist, Nano- und Mikroplastikpartikel in der Luft als Schadstoffe zu überwachen. Es seien zusätzliche Langzeitstudien nötig, um Regulierungsstandards zu entwickeln.

Quelle: dpa

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