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SachsenOsterreiter lösen Ansturm von Schaulustigen aus

05.04.2026, 17:14 Uhr
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"Žohnowane jutry" heißt der sorbische Ostergruß: Gesegnete Ostern! Die Prozessionen der Osterreiter in Sachsen erweisen sich erneut als Publikumsmagnet.

Panschwitz-Kuckau (dpa/sn) - Das traditionelle Osterreiten der Sorben hat in der Oberlausitz einen wahren Ansturm von Schaulustigen ausgelöst. An den einzelnen Orten folgten bei frühlingshaften Temperaturen jeweils Tausende Zuschauer dem Ritual. Osterreiter tragen am Ostersonntag in Prozessionen die Botschaft von der Auferstehung Christi in die Nachbarpfarrei.

Nach Angaben der Polizei kam es zu zwei kleineren Zwischenfällen. In der Kleinseidau (Landkreis Bautzen) ging ein Pferd durch, rannte einen Mann um und verletzte ihn leicht. Bei einem anderen Osterritt wurde eine weitere Person von einem Pferd getreten. Sie erlitt gleichfalls leichte Verletzungen. Nähere Angaben lagen der Polizeidirektion Görlitz zunächst nicht vor.

Ross und Reiter sind festlich geschmückt

Die Osterreiter (sorbisch: křižerjo - Kreuzreiter) verkünden auf festlich geschmückten Pferden die Osterbotschaft mit Chorälen und Gebeten vorwiegend in sorbischer Sprache. Insgesamt waren in der sorbischen Oberlausitz neun Prozessionen aus acht katholischen Pfarrgemeinden und dem Kloster St. Marienstern unterwegs. Rund 1.500 Reiter bewegen sich dabei in der Region zwischen Kamenz (Kamjenc), Hoyerswerda (Wojerecy) und Bautzen (Budyšin).

Tradition reicht in vorchristliche Zeiten

Solche Prozessionen hoch zu Ross haben nach Angaben des Bistum Dresden-Meißen schon Ende des 15. Jahrhunderts in dieser Gegend stattgefunden. Die Wurzeln des Brauches reichten wahrscheinlich bis in vorchristliche Zeiten zurück, hieß es. Durch Ritte um das Feld glaubte man, die jungen Saaten vor der Missgunst des Bösen beschützen zu können. Unter dem Einfluss des Christentums habe sich das in christliche Prozessionen verwandelt.

Eine Regel gilt noch heute: Nur Männer dürfen im Sattel sitzen. Hoch zu Ross singen sie Lieder, die von der Auferstehung künden. Unter dem Geläut der Kirchenglocken führt die Prozession in der Regel von der Heimatkirche um die Felder bis ins nächste Dorf. Alle Reiter tragen schwarze Zylinder, Gehröcke und weiße Handschuhe. Auch die Pferde werden geschmückt.

Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) wies auf die Bedeutung des Osterfestes als Ausdruck kultureller Identität und lebendiger Traditionen in Sachsen hin: "Ostern mit seinen zahlreichen Traditionen und Bräuchen spielt im Freistaat eine wichtige kulturelle Rolle. Besonders bekannt sind die sorbischen Osterbräuche wie das kunstvolle Verzieren von Ostereiern und das Osterreiten." Das Osterfest ziehe jedes Jahr tausende Gäste nach Sachsen, die die besondere Atmosphäre der Traditionen miterleben möchten.

Zu den Osterbräuchen der Sorben zählen auch das Ostersingen oder Passionssingen, Osterfeuer, das Holen von Osterwasser, das Eierschieben in Bautzen und das kunstvolle Verzieren von Ostereiern.

Quelle: dpa

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